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Immer wieder Freitags ...

… schreibe ich Gedanken und Geschichten, die »Freitagsgeschichten«, die ich auf meiner Facebook-Seite teile. Ich schreibe über Erfahrungen, Begegnungen, Gedanken oder Geschichten, die ich gelesen, gehört oder selbst erlebt habe.

 

Vergebung, Angst, Mut, Stress, Erfolg, Gedanken und Gefühle, Ziele und Entscheidung, Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein und viele Themen mehr sind das, worüber ich schreibe und was meine Arbeit als Mentaltrainer ausmacht. Alles, was einem im Leben eben so beschäftigt. Viel Spaß beim Lesen! 

Ich meckere, also bin ich

Ich schreibe meine Geschichten immer für den ersten Freitag im Monat. Das ist, wie versprochen, die Geschichte für Dezember.


Ich meckere, also bin ich

Kennt jemand von euch den Philosophen René Descartes und sein Sprichwort: "Ich zweifle, also bin ich"? Manche Leute sagen genau das Gleiche nur mit Meckern, weil sie denken, wenn sie meckern, dann sind sie.

Meine Diplomabschlussarbeit im Mentaltraining beinhaltete vier Themen, die ich selber ausgesucht und vor meinem Lehrer als Vortrag präsentiert habe. Eines dieser Themen war "Meckern". Ich habe gezeigt, wie die Leute immer über Kleinigkeiten meckern müssen, egal was sie sehen oder hören. Sie müssen immer schimpfen und lästern.

Seit ich Mentraltrainer bin, beobachte ich solche Menschen und ich frage mich selbst ob wir ihnen den Grund gegeben haben zu meckern oder ob sie nur meckern, des Meckerns wegen.

Ich sehe Leute, die ich nicht kenne – sie meckern wenn es regnet oder schneit, wenn es heiß ist oder kalt. Wenn es heiß ist sagen sie: "Wann kommt endlich der Winter?" Wenn es kalt ist sagen sie: "Wir haben dieses Jahr keinen Sommer gesehen. Wieso bin ich eigentlich hier?"

Es gibt auch Leute, die ich ein bis zwei Mal in der Woche sehe. Sie meckern zum Beispiel bei mir im Dojo, wenn ich einmal im Jahr die Karateprüfung anbiete, dann meckern sie, weil das zu wenig ist. Also habe ich sie zweimal im Jahr angeboten. Dann meckerten sie, weil sie der Meinung waren, dass dreimal im Jahr Prüfung die Kinder mehr motivieren würde. Also bot ich dreimal an, da meckerten sie: "Das ist zu viel Geld, das muss nicht sein."

Ich merke immer, dass viel darüber diskutiert wird, dass die Kinder erst ab 8 Jahren Kata (Formationen, die man auswendig lernen muss) bei mir lernen. Dann meckern sie und sagen, dass die Kinder in dem anderen Dojo oder bei dem anderen Trainer schon viel früher Kata lernen.

Das sagen sie mir leider nicht direkt, sondern diskutieren das untereinander. Aber keiner kommt zu mir und fragt mich dazu. Dann würde ich das sofort erklären können. Ich mache jedes Jahr eine Woche lang Eltern-Woche. In dieser Woche bekommen die Eltern alle Informationen über das Training. Aber leider kommen genau diese Eltern dann nicht. Sie haben vielleicht Angst, dass sie das Training mitmachen müssen. Oder sie trauen sich nicht zu kommen und die Fragen von mir beantworten zu lassen.

Ich bringe den Kindern Kata ab 8 Jahren bei. Vorher können sie es zwar vielleicht. Es gibt vielleicht auch Trainer, die das machen können und es gibt vielleicht auch Kinder, die das gerne machen. Aber, wenn ein 4-jähriges Kind eine oder zwei Katas lernt und es braucht sechs Katas bis zum ersten Braungürtel und muss warten bis es 16 Jahre alt ist bis es dann Schwarzgürtel machen kann, warum soll ich das Kind so lange mit den Katas beschäftigen? Ich habe viele Kinder, die bei mir erst mit neun oder zehn Jahren Kata können. Jetzt sind sie älter und sie können über zehn Katas.

In Ägypten haben sie uns mit dem Gürtel geschlagen, damit wir Kata lernen. Es war für uns alle sehr hart und schwierig Kata zu lernen. Wir haben nur mit Angst gelernt. Kata ist auch sehr schwer für Erwachsene: wenn ein Erwachsener Kata lernt, hat er große Schwierigkeiten mit der Drehung – und was ist denn dann wenn ein Kind das machen muss?

Manche Eltern bringen ihre Kinder nicht zur Prüfung, weil sie keine Kata können. Obwohl die Prüfung aus fünf bis sechs Teilen besteht: Kumite (Kampf) mit Partner, Kumite am Ball, Parcours, Sound-Karate, Grundschule, Selbstverteidigung und Fragen über Karate. Und wenn sie ein oder sogar zwei nicht beherrschen, dann beherrschen sie die anderen. Diese Methode habe ich entwickelt, damit die Kinder keine Angst vor Prüfungen haben, egal ob das im Karate, in der Schule oder später bei der Arbeit ist. Und warum soll ich den Kindern schon am Anfang ihres Lebens dieses Gefühl des Versagens geben? Das heißt: Wieso werde ich ein Kind durchfallen lassen, weil es die Kata nicht kann oder weil es seine Technik nicht 100%ig beherrscht?

Es muss Spaß machen und wenn die Kinder Spaß haben, werden sie das mit ihrer Entwicklung schaffen. Bitte liebe Eltern vergesst eure Vorstellung von der perfekten Prüfung. Vergesst diesen Perfektionismus dir und deinem Kind gegenüber. Die Kinder dürfen Fehler machen. Die Kinder dürfen selber ihre Erfahrungen sammeln. Und glaub mir mit der Zeit werdet ihr die starke Entwicklung in Kata und Kumite sehen. Ich habe bereits viele Kinder als Beweis. Ein Mädchen hat bei mir mit vier Jahren begonnen und ist mittlerweile 19. Sie war nie begabter als die anderen Kinder in Kata und Kumite. Mit zwölf hat sie begonnen sich zu entwickeln. Danach war sie mehrfache Landesmeister in beidem: Kata und Kumite.

Es gibt etwas wichtigeres als Kata und Kumite im Karate und das ist mein Schwerpunkt im Training. Was nutzt es mir wenn ich Kata und Kumite kann und auf der Straße bin ich ein Angsthase und habe kein Selbstbewusstsein? Es ist wichtiger zu wissen, wie ich auf Mobbing in der Schule, auf Stress, auf Fremde die mich ansprechen reagiere. Da ist glaube ich wichtiger. Und wenn ich sicher und selbstbewusster bin kann ich alle anderen Sache auch erlernen.

Vor zwei Wochen habe ich die Landesmeisterschaften ausgerichtet – dort wimmelte es nur so von Meckerern. Zuerst haben sie gemeckert, dass der Kaffee nicht Papp- sondern in Plastikbechern ist. Dann haben sie gemeckert, dass ein paar der Kuchen an der Theke nicht selbstgemacht waren, obwohl fünf selbstgebackene Kuchen dabeistanden. Aber sie sahen nur die von Aldi. Die beiden Sanitäter, die ich bestellt hatte, kamen nicht, weil der Mann, der die Schichten einteilte, mich vergasen hatte. Ich stoppte die Meisterschaft und fragte die Kampfrichter, was ich machen sollte. Sie sagten mir ich solle einfach laut nach einem Sanitäter oder Arzt in der Halle fragen und ich solle nicht sagen, dass sie vergessen wurden, damit die Leute das vertrauen in die Sanitäter nicht verlieren würden. Ich fragte also in der Halle und Gott sei Dank haben sich zwei gefunden. Ich hörte wie manche Leute leise miteinander redeten und sagten: "Er hat bestimmt vergessen welche zu bestellen und erfindet jetzt eine Geschichte." Kurz nach ein paar Anrufen von mir wurde uns eine Vertretung geschickt.

Meckern, meckern, meckern … das ist die größte und am weitesten verbreitete Krankheit bei den Menschen. Wenn wir nur positiv denken und nicht negativ. Wenn wir Positives sagen, sehen, hören, fühlen und positiv eingestellt sind und nur die guten Sachen sehen, nur die schönen Wörter sagen, nur liebe Gefühle zeigen, nur das Positive verstehen, dann sind wir glücklich.

Ich hoffe, dass jetzt keiner von euch über die Geschichte meckert.
Schönes Wochenende und schöne Weihnachten und versprecht mir, dass du ab jetzt und im neuen Jahr nicht mehr meckerst.

Tarek Amin

Wo liegt deine Konzentration?

                                                                     November 2018

Ich schreibe meine Geschichten immer für den ersten Freitag im Monat. Das ist, wie versprochen, die Geschichte für November.


Wo liegt deine Konzentration?

Worauf konzentrierst du dich? Ist deine Konzentration stark genug oder wird sie von außen beeinflusst? Konzentrierst du dich auf gute oder schlechte Dinge, auf Positives oder Negatives. Auf etwas Wertvolles oder auf oberflächliche Dinge?

Eine Lehrerin war in ihrer Klasse. Sie wollte die Konzentration ihrer Abiturienten testen. Sie schrieb an die Tafel:

5 x 5 = 20
5 x 6 = 30
5 x 7 = 35
5 x 8 = 40
5 x 9 = 45
5 x 10 = 50

Sie schrieb weiter und merkte und hörte, wie die Schüler sie auslachten und leise zu einander sagten: "Sie schreibt 5 x 5 = 20, das ist falsch". Und sie lästern weiter.

Die Lehrerin drehte sich um und lächelte ihre Schüler an während alle schauten, als hätten sie nichts gemacht. Die Lehrerin fragte: "Wo war eure Konzentration jetzt gerade? Sie war voll und ganz auf einem Fehler. Ihr habt nur diesen Fehler gesehen und euch darauf konzentriert. Aber ihr habt nicht auf die anderen fünf richtigen Sachen geachtet, die an der Tafel stehen."

Wieso sieht man nur einen Fehler und nicht den richtigen Sinn von allem zusammen? Wieso konzentriert ihr euch in eurem Leben nur auf den Fehler und seht nur die dunkle Seite, statt die gute, erleuchtete Seite? Wenn du arbeitest, konzentrier dich nicht auf die negative Seite deiner Arbeit sondern sieh deinen Genuss und wenn du den nicht hast, dann suche einen oder erfinde einen. Wenn du Sport machst, dann konzertier dich nicht auf deine Niederlage, deine Schwäche, deinen starken Gegner oder die Zuschauer. Konzentrier dich lieber auf deine gute Herausforderung, deinen starken Willen, deine starken Fähigkeiten und deine Beharrlichkeit.

Ich erlebe selber manchmal, wenn ich eine Mannschaft betreue und eine Motivationsrede halte und etwas schnell und laut sagen möchte, dann spreche ich Wörter manchmal falsch aus. Aber ich achte nicht darauf, ich versuche die Mannschaft weiter zu motivieren.

Natürlich gibt es den einen oder anderen, der das lustig findet und den anderen angrinst deswegen. Ich ignoriere das und denke: "Jungs, konzentriert euch auf euer Spiel und die Bedeutung meiner Rede. Auf die positive Bedeutung, nicht auf die Fehler meiner Rede."

Ich finde es sehr schade, wenn man sich auf einen negativen Punkt konzentriert und dafür hundert positive Punkte nicht sieht.

Bitte suche in deinem Leben die wertvollen und guten Seiten, die dir helfen und konzentriere dich darauf. Ignoriere alle Kleinigkeiten, Fehler und negativen Dinge, die dich lange für deine nächsten Schritte behindern und du dafür die guten Sachen verlierst, die du nicht siehst. Und vergiss nicht: Alles auf was du dich konsentierst ziehst du zu dir. Egal, ob das Gutes oder Schlechtes ist. Wenn du dich auf Niederlagen, Schwäche, negative Gefühle, Streit oder Leid konzentrierst bekommst du genau das. Wenn du dich aber auf Erfolg, Stärke, positive Gefühle, guten Umgang mit den Menschen und Liebe konzentrierst bekommst du das.

Der Unterschied ist eine wichtige Frage zu beantworten: Willst du ein starkes, gutes, wertvolles Leben haben? Oder ein schwachsinniges, langweiliges, trauriges Leben haben? Konzentriere dich bevor du antwortest.

Ein schönes Wochenende,
Tarek Amin

Pass auf, was du sagst

                                                                       Oktober 2018

 

Ich schreibe meine Geschichten immer für den ersten Freitag im Monat. Das ist, wie versprochen, die Geschichte für Oktober.



xxxxxxxxxx Pass auf, was du sagst xxxxxxxxxx

Als ich nach Deutschland kam, konnte ich kein deutsches Wort außer "Zahnstocher" und "Ich liebe dich!" Ich habe nur Englisch gesprochen. Ein paar Wochen nach meiner Ankunft hat mich mein Karate-Trainer, bei dem ich trainiert habe, gefragt, ob ich eine Karate-Stunde bei ihm geben könnte. Ich antwortet ihm auf Englisch: "Klar gerne. Aber ich kann eben nur Englisch sprechen." Er lächelte und sagte: "Ja, das weiß ich, aber das ist kein Problem, weil die Karate-Sprache international ist."

Ich habe das Training immer auf Englisch gemacht. Die Stunden waren gut besucht und ich bekam noch ein Angebot von einem anderen Dojo und von der Uni Konstanz. Beim zweiten Dojo und in der Uni habe ich 15 Mark in der Stunde bekommen. Leider hat das Geld nicht gereicht, weshalb ich immer nach Arbeit gesucht habe.

Viele Freunde haben mir geholfen eine Stelle zu finden. Sie riefen mich an: "Tarek, ich weiß du suchst Arbeit, ich habe was für dich gefunden." Und sie gaben mir die Telefonnummern weiter. Meine damalige Frau rief an und sagte, dass ich nur Englisch könne. Die Leute entschuldigten sich manchmal sehr nett und manchmal mit vorgeschobenen Gründen und unsinnigen Argumenten, warum sie mir den Job nicht geben könnten. Oh Mann, wie oft habe ich mich sehr gefreut, nachdem ich das Gefühl hatte jetzt endlich einen Job zu bekommen und wie oft war ich sehr traurig und enttäuscht, wenn wieder eine Absage kam. Und das alles nur wegen meiner Sprache.

Ich ging zu einer Sprachschule und ich habe viel von meinem gesparten Geld bezahlt und sogar ein bisschen Geld geliehen, bis ich einen Job im Barbarossa Hotel fand. Der Chef war auch Karateka und er wollte mir gerne helfen. Seine damalige Freundin war sehr nett zu mir und sie sprach mit mir Englisch. Sie akzeptierte mich sofort. Ich habe angefangen zu arbeiten und habe in dieser Zeit viele Geschichten erlebt, die ich in meinem nächsten Buch "Denke wie ein Weltmeister" erzählen werde.

Jeden Tag um 8 Uhr ging ich zur Schule. Danach, von 14 Uhr bis spät abends, habe ich im Hotel gearbeitet. Ich habe die Leute immer beobachtet. Wie sie reden, wie sie einen Satz bilden. Wenn ich ein neues Wort oder einen neuen Satz hörte, das oder der für mich neu war, dann habe ich alles aufgeschrieben und später im Wörterbuch nachgeschaut. Wenn ich es nicht finden konnte, musste ich jemanden fragen. Es war eine harte Zeit für mich, aber sehr interessant. Manche Sätze, die ich gehört habe, habe ich nie im Wörterbuch gefunden, wie zum Beispiel: "Du kannst mich heute in der Pfeife rauchen." Oder: "Ich steh auf dem Schlauch." Ich fragte Freunde: "Wie kann man jemanden in der Pfeife rauchen? Oder warum steht jemand auf dem Schlauch, während er mit jemandem redet?" Sie lachten mich aus und erklärten mir, was diese Sätze bedeuten.

Einmal war ich im Hotel-Restaurant und beobachtete eine Auseinandersetzung zwischen zwei Leuten. Die Frau sagte zu dem Mann: "Ich habe mir meinen Arsch für dich aufgerissen!" Ich schaute sie an und fragte mich, wie sie das gemacht hatte. Nach einiger Zeit antwortete der Mann: "Weißt du was? Du gehst mir auf den Sack. Ich habe die Schnauze voll von dir!" Ich fragte meine Kollegin, die neben mir stand, was "Sack" bedeutete. Nachdem sie mir das Wort erklärt hatte, dachte ich nur: "Das muss verdammt wehtun, wenn da jemand drauf geht."

Natürlich lache ich jetzt darüber, wenn ich mich erinnere. Das sind auch harmlose Sätze, aber es gibt andere Sätze, bei denen wir aufpassen müssen, wenn wir sie benutzen. Weil sie uns auf den falschen Weg bringen.

Wenn jemand zu mir kommt, den oder die ich berate und zu mir sagt: "Der Mann oder die Frau macht mich krank." Oder: "Ich fühle mich erdrückt!" Oder "Sie hat mir die Pistole auf die Brust gesetzt." Oder: "Ich fühle mich gelähmt wenn ich daran denke." Oder: "Ich sehe die Welt schwarz vor meinen Augen." Oder am schlimmsten: "Ich wünschte ich wäre tot." Du denkst, das sind alles nur Wörter. Aber in Wirklichkeit ebnest du damit deinen Weg und erzeugst damit die Realität in deinem Leben. Du überzeugst dein Unterbewusstsein, dass du nur das verdient hast. Gib niemandem die Chance dich traurig, depressiv oder mutlos zu machen. Gib niemand den Schlüssel dich zu führen. Ändere selbst dein Wörterbuch. Ersetze diese Wörter durch starke und motivierende Wörter, die dich aufbauen und dir einen Mehrwert geben. Ich weiß es, wir haben das alles von unseren Eltern, Geschwistern oder Freunden geerbt. Aber ist das jetzt nicht die richtige Zeit, das zu ändern? Befrei dich von der Tyrannei der Eltern, Familie, Freunde, Lehrer und Nachbarn.

Diese Sätze sehen harmlos aus, aber sie sind das Gift auf deinem Weg. Beginne jetzt neues Deutsch zu lernen, wie ich es jeden Tag tue.

Schönes Wochenende,
Tarek Amin

Was willst du genau?

                                                                                  Sep. 2018

 

Ich schreibe meine Geschichten immer für den ersten Freitag im Monat. Das hier ist, wie versprochen, die Geschichte für September.


                                   xxxxxxxxxx Was willst du genau? xxxxxxxxxx
Ich war mit einem Freund von mir unterwegs. Zuerst wollten wir eine schöne Stadt besuchen. Ich fragte ihn: "Welche Stadt möchtest du gerne sehen?" Er überlegte und sagte: "Ich weiß es nicht genau." Ich fragte wieder: "Was hälst du von Paris?" Er antwortet: "Nein, da war ich schon oft!" "London!", sagte ich. "Nein, es ist sehr kalt dort.", entgegnete er. "Wie findest du Kairo?" "Nein, da ist es viel zu heiß und schmutzig.", rief er. Leider konnten wir uns für kein Ziel entscheiden. Wir wurden hungrig und ich fragte meinen Freund, ob er auch Hunger hätte. "Was willst du essen?", fragte ich. Er schaute auf und sagte: "Oh, das weiß ich nicht genau." "Pizza?" "Schau dir meinen Bauch an, lieber nicht", sagte mein Freund mit großen Augen. Ich fragte: "Was hälst du von Rindersteak?" "Du weißt, ich bin Vegetarier", entgegnete er. "Okay, dann essen wir ein bisschen Salat und Gemüse", sagte ich. Er lachte laut: "Ja, ich bin Vegetarier, aber doch kein Hase." Am Ende saßen wir zu Hause mit Keksen und Chips auf der Coach und schauten fern.

Er erzählte mir, dass er keinen Bock mehr auf seine Job hätte und, dass er gerne selbstständig wäre. Meine Frage darauf war: "Was willst du denn genau machen?" Seine Antwort wusste ich schon: "Ich weiß es nicht!" Ich sagte ihm: "Du warst doch Profisportler, warum machst du nicht etwas mit Sport?" "Sport kann jeder", sagte er. "Ich möchte etwas Besonderes machen." "Du kennst dich mit Computern und Programmen aus, warum machst du nicht etwas damit?" "Ja, aber das ist harte Arbeit und ich brauche viel Zeit vor dem Computer.", erwiderte er. Ich schaute ihn an, lächelte und sagte. "Ich muss morgen früh aufstehen und gehe jetzt lieber schlafen. Du kannst hier im Wohnzimmer schlafen oder im Gästezimmer, wenn du nicht genau weißt wo: der Balkon und die Badewanne sind auch frei."

Er weiß, dass er nicht nach Paris, London oder Kairo gehen möchte. Aber er weiß nicht, wohin. Er will keine Pizza, Fleisch oder Salat essen. Aber er weiß nicht, was er essen will. Er will nicht im Bereich Sport oder als Computerfachmann arbeiten. Aber er weiß nicht, was er als Selbstständigkeit betreiben kann. Er weiß alles und ganz genau, was er nicht will. Aber was er will, weiß er nicht! Viele von uns wissen nur, was sie nicht wollen, weil sie nur an das denken, was sie nicht haben wollen. Die Konzentration und der Fokus liegen auf der Perspektive der Dinge, die man nicht haben will.

Eine Karateweltmeisterin fragte mich, warum sie die letzten Meisterschaften im Finale verloren hatte. Ich fragte sie: "Was genau denkst du kurz vorher?" Sie sagte: "Meine Gedanken sind 'Ich habe Angst zu verlieren'. Ich denke ich habe Angst langsam oder schwach zu sein. Ich denke, dass die Gegnerin besser ist als ich. Ich fragte sie: "Möchtest du gerne verlieren?" "Nein" "Möchtest du langsam oder schwach sein?" "Natürlich nicht", rief sie laut. Ich fragte wieder: "Willst du, dass die Gegnerin besser ist als du?" Sie antwortet in Panik: "Coach, was fragst du? Natürlich nicht!" Ich sagte: "Das heißt du willst nicht verlieren, langsam oder schwach sein? Du willst auch nicht, dass die Gegnerin besser ist oder gewinnt?" Sie antwortete klar und deutlich: "Ja, genau!" Ich fragte: "Und warum denkst du dann daran, wenn du das alles nicht willst?

Warum denkt man an die Sachen, die man nicht will? Und warum denkt man nicht an die Sachen, die man will? Konzentriere dich lieber auf das, was du willst. Ruf diese Dinge zu dir. Sieh sie immer vor deinen Augen. Im Sport: Sieh deinen Sieg, deine Medaille und deine Pokale. In der Arbeit: Sieh deinen Erfolg. In der Beziehung: Sieh dich glücklich.

Wenn du das alles siehst und dran denkst, gibst du dir selbst einen Befehl alles zu tun, um diese Dinge alle zu bekommen. Deine Konzentration oder dein Fokus auf etwas bedeutet für das Unterbewusstsein, dass du diese Sache haben willst. Du   bist wie eine Magnet: Du ziehst an, was du denkst.

Denke jetzt an Erfolg, Liebe, Sieg, Glück und Zufriedenheit, dann bekommst du diese Dinge sicher.

Schönes Wochenende mit vielen Sachen, die du willst,
Tarek Amin

Deine Entscheidung

                                                                               Juni 2018

 

ch schreibe meine Geschichten immer für den ersten Freitag im Monat. Hier kommt, wie versprochen, meine Geschichte zum ersten Freitag im Juli.


Deine Entscheidung

Was ist die wichtigste Entscheidung? Und wo findet man eine richtige Entscheidung? Gibt es tatsächlich eine richtige oder falsche Entscheidung?

Ein Erfolg ist das Ergebnis einer richtigen Entscheidung. Eine richtige Entscheidung ist das Ergebnis der Erfahrungen. Und die Erfahrungen sind das Ergebnis einer falschen Entscheidung. Da heißt also: erfolgreich zu sein kommt durch falsche Entscheidungen. Und eine falsche Entscheidung ist keine falsche Entscheidung, wenn man sie korrigiert oder ändert.

Geh fünf oder zehn Jahre zurück. Würdest du die gleichen Entscheidungen wieder  treffen? Zum Beispiel in deiner Arbeit, Partnerschaft, Studium oder dem Ort an dem du lebst? Manche Entscheidungen sind für dich jetzt sehr wichtig, aber später ist sie nicht mehr notwendig. Ich entscheide mich heute mit dieser Frau zu leben – in zehn Jahren ist die Frau vielleicht nicht mehr wichtig für mich, dann gebe ich meine Entscheidung her. Deine wichtige und richtige Entscheidung für dein Leben war, diese Arbeit zu betreiben – fünf Jahre später fühlst du dich nicht mehr wohl damit, dann hat diese Entscheidung keinen Wert mehr für dich. So gehen wir mit unseren Entscheidungen um, die unser Leben betreffen: Arbeit, Geld, Sport, das Land in dem wir leben und vieles mehr.

Es gibt eine richtige, wichtige und langfristige Entscheidung, wenn du sie triffst garantiere ich dir ein tolles, erfolgreiches Leben zu haben. Die Entscheidung, die du für dich treffen sollst ist ein schönes Leben zu haben. Du entscheidest dich, nicht zu leiden wegen Geld, Miete, Liebe oder Macht.

Du fragst dich jetzt: Wie kann man diese Entscheidung treffen, wenn man ständig Sorgen und Leid hat? Wenn du ständig Sorgen, Probleme, Leid und Ärger hast, dann hast du dich noch nicht entschieden ein schönes Leben zu haben. Wenn du das tust änderst du die Art, deine Probleme zu lösen. Du wirst mit Menschen und deinem Schicksal umgehen. Du reagierst anders, wenn du mal eine Regenwolke über deinem Kopf hast.

Wenn du diese schöne Entscheidung treffen möchtest und vor allem, wenn du sie bei dir und in deinem Leben Wirkung zeigen lassen willst, dann musst du ein paar Schritte tun: Du musst viele Steine loslassen, die deinen Weg behindern, wie Hass, Eifersucht und Neid. Mit diesen drei Feinden hast du keine Sonne in deinem Leben, die deinen Weg erleuchten kann.

Die zweite wichtige Maßnahme ist ICH, ICH, ICH löschen. Wenn du Probleme mit jemandem hast dann versuche ICH zu vergessen. Wenn du an ICH denkst, dann leidest du. Du denkst an etwas, was dich näher zum Leid bringt. Ein Problem mit deinem Chef, dann heißt das "ICH habe keine Arbeit mehr, wie kann ICH meine Miete zahlen? Wie kann ICH meine Familie ernähren?" Du hast ein Problem mit deiner Frau oder deinem Mann, dann heißt das "ICH bin allein!", "ICH habe keine Liebe mehr!"

Manche werden jetzt sagen: Du sagst "ICH muss mich entscheiden ein schönes Leben zu haben. Das heißt auch ICH und niemand anders!" Es gibt einen großen Unterschied zwischen "ICH und mein Leben genießen" und "ICH und Sorgen zu haben". Das erste ICH ist eines, das nicht ständig an die Zukunft denkt und keine Angst oder Sorge um etwas hat. Das zufrieden mit allem ist. Das Ergebnis ist Ruhe, Kontrolle und ein besserer Umgang mit Menschen und Erfolg. Das zweite ICH ist eines, das aus jeder Mücke einen Elefanten macht, alles schwarz sieht, das sein Leid genießt und immer das Opfer spielt.

Ich weiß, es ist schwer – aber machbar! Und wenn manche Menschen es geschafft haben, dann wirst du es auch schaffen.

Ich habe diese Entscheidung für mich getroffen, nachdem ich in der letzten Zeit viel gelitten habe, nachdem ich viele unwichtige Entscheidungen getroffen habe, die mir nie helfen werden. Ich entscheide mich hier und jetzt vor allen Leuten ein schönes, zufriedenes und glückliches Leben zu haben. UND DU?

Kommt alle, lasst uns alle jetzt diese Entscheidung treffen. Wenn es klappt – und da bin ich sicher – dann habt ihr ein sensationelles Leben. Wenn nicht, dann habt ihr nichts verloren.

Wer geht mit auf diesen tollen Weg? Ich warte auf eure Antworten und eure Begleitung.

Ein schönes Wochenende,
Tarek Amin

Deine Erwartung

                                                              Mai 2018

xxxxx Deine Erwartung xxxxx

Die Erwartung: Das Wort spielt eine große Rolle in unserem Leben. Wegen dieses Wortes kann man viel verlieren und viel schlimmes tun, weil jemand die Erwartungen von jemand anderem nicht erfüllt hat. Deine Erwartung ist nur DEINE. Es hat mit dem andern nichts zu tun. Deine Erwartung hast du selbst erfunden. Niemand kann ihr entsprechen, wenn du nichts davon sagst.

In jedem Seminar, was ich gebe sage ich immer: Ich bitte euch, dass keiner etwas von mir erwartet, denn ihr werdet euch selbst sonst enttäuschen. Wenn du zum Beispiel jemanden besuchst, erwartest du, dass er dich in die Arm nimmt und vor lauter Freude, dass du da bist, laut schreit. Dann kommt es anders, zum Beispiel sagt er nur "Hallo!". Du bist sauer, dass er so reagiert hat, obwohl seine Reaktion normal war, aber eben nicht so wie du sie erwartet hast. Oder du schenkst deiner Frau ein Geschenk. Du erwartest, dass sie ausflippt und vor lauter Freude tanzt. Aber sie nimmt dein Geschenk, lächelt dich an und sagt einfach "Danke!". Oder du ziehst dich ganz toll an, du erwartet, dass dein Mann sich freut und, dass alle große Augen machen und mit offenen Mündern da stehen, wenn sie dich in deinem Kleid sehen. Aber was kommt? Alle sehen dich an, begrüßen dich und gehen einfach weiter.

Was folgt auf die drei Fälle, von denen ich jetzt erzählt habe? Nur Enttäuschung. Und diese Enttäuschung hat mit den anderen nichts zu tun. Deine Erwartung gehört nur dir. Was du erwartest sieht keiner außer dir. Es wird groß in dir und wenn die Erwartung rauskommen möchte, dann trifft sie auf eine Reaktion, die anders ist. Keiner weiß, was in dir drin steckt. Viele Leute schimpfen über die anderen. Viele Leute bezeichnen die anderen schlecht, weil sie nicht bekommen haben, was sie von ihnen erwartet haben. Aber in Wahrheit haben dir die anderen, das was du erwartest nicht versprochen.

Wenn der Arzt nicht macht, was du von ihm erwartest, dann ist er schlecht. Wenn deine Mann oder deine Frau dir nicht gibt, was du erwartest, dann heißt es er oder sie liebe dich nicht. Wenn dein Trainer dich nicht so trainiert, wie du es erwartest, dann hat er keine Ahnung. Dein Nachbar begrüßt dich nicht so, wie du es erwartest, dann ist er arrogant.

Ein König wollte mit seinen Wasir die Stadt besuchen. Er nahm seine Kutsche und nach kurzer Zeit traf er auf ein paar Einwohner, die ihn begrüßten. Er sagte zu seinem Wasir: Warum begrüßen sie mich so kalt? Ich habe das anders erwartet! Bring sie alle ins Gefängnis!". Unterwegs sah er die Straßenseiten mit Blumen geschmückt – extra für ihn. Er schimpfte und schrie. "Das habe ich nicht erwartet! Töte den, der dafür zuständig ist!", befahl er dem Wasir. Er bekam Hunger und ging ins Restaurant. Er fragte nach dem Essen. Der Koch zeigte, was er gekocht hatte. Der König kochte jedoch vor Wut und schier erneut: "Das ist nicht das Essen, das ich erwartet habe!". Er nahm sein Schwert und tötete den Koch. Der Wasir sagte: "Mein König, dieser Mann hat sieben kleine Kinder und seine Frau ist tot. Und er kümmert sich um seine alte, kranke Mutter. Jetzt hat die ganze Familie niemanden, der auf sie aufpasst. Der König schaute auf den Boden und mit Tränen in den Augen sagte er: "Ich habe vielen Leuten viel Schlimmes angetan. Warum habe ich das alles gemacht?". Er schaute seinen Wasir an, hob sein Schwert hoch und tötete den Wasir. Er sagte laut: "Ich habe von der erwartet, dass du mich von all diesen schlimmen Sachen abhalten würdest!".

Noch einmal sage ich dir: Niemand weiß, was du erwartest. Niemand weiß, was du willst. Niemand weiß, was in deinem Kopf vor sich geht!

Schimpfe nicht über jemanden. Mach niemanden schlecht, wenn er dir nicht gibt, was du erwartest. Besser ist, dass du es sagst. Dann sparst du viel Zeit, Ärger und Probleme. Denke nicht, dass die Leute riechen müssen, was du von ihnen erwartest. Und glaub mir, es ist nicht immer richtig, was du erwartest, deswegen musst du darüber reden und es weiterhin teilen.

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende und ich erwarte nicht, dass ihr meinen Text liked oder kommentiert.

Tarek Amin

Acht Jahre Heimweh

                                                                             April 2018

Ich schreibe meine Geschichten immer für den ersten Freitag im Monat. Hier kommt, wie versprochen, meine Geschichte zum ersten Freitag im April.


xxxxxxx Acht Jahre Heimweh xxxxxxx

Seit circa acht Jahren war ich nicht in meiner Heimat Ägypten. Diese acht Jahre waren wie achtzig Jahre mit viel Leid, Erinnerungen und Hoffnung. Leid durch Sehnsucht nach meiner Familie, Freunden und Orten. Erinnerungen, die ich jeden Tag im Kopf hin und her sortiert habe. Und Hoffnung, dass alles, was negativ war anders sein wird.

Ich bin in der Nacht geflogen und nach vier Stunden Flug ins Hotel gebracht worden. Kurz geschlafen, danach einen Mietwagen bekommen und durch die Stadt Kairo gefahren. Natürlich habe ich zwei bis drei Stunden gebraucht um mich an das Verkehrschaos zu gewöhnen und in mir den alten, ägyptischen Fahrer wieder zu entdecken. Schnell war er wieder da und ich fühlte mich wie im Autoscooter auf der Messe.

Kein Mensch hat gewusst, dass ich da bin. Meine Schwester ist ausgeflippt, als sie mich in der Tür stehen sah. Ich habe alle meine Freunde angerufen, die auch nicht glauben konnten, dass ich in Ägypten bin. Sogar eine Karate-Kämpferin, die mich vor dem Flug wegen mentaler Betreuung angerufen hatte, konnte es nicht glauben, als ich auf ihrem Turnier plötzlich vor ihr stand. Sie sah mich in der Halle stehen und sagte zu ihrer Freunden: "Der Mann da sieht auch wie Coach Tarek." "Aber das ist doch Coach Tarek", sagte daraufhin ihre Freundin. Sie schrie vor Freude und rannte zu mir. "Ich habe gebetet, dass du heute bei mir bist.", rief sie. Auf diesem Turnier habe ich viele Schüler von der Nationalmannschaft getroffen. Ich traf auch alte Karatefreunde von früher. Alle haben mir ein tolles Gefühl gegeben. Ich habe gespürt wie glücklich sie waren, mich weiterzusehen.

Jeden Tag habe ich eine Einladung bekommen und soviel gegessen wie in diesen acht Jahren Heimweh zusammen. Ich dachte, wenn ich zurück nach Deutschland fliege werde ich zehn Kilo mehr drauf haben, aber zum Glück waren es nur drei.

Die einzige Sache, die mich traurig gemacht hat waren, die Erinnerungen an eine Zeit, die ich gerne zurück hätte, aber leider kann ich das nicht haben. Ich war kurz in meiner alten Wohnung, in der ich aufgewachsen bin. Seit mein Vater gestorben ist, wurde die Wohnung leider nicht mehr benutzt. Ich schließe die Tür auf und höre die Stimme meiner Mutter: "Tarek, bist du schon da? Das Essen ist bald fertig! Geh schnell duschen, dann kannst du danach essen." Ich schaue sie an, lächele und gehe in mein Zimmer. Ich sehe mein Bett, meinen Schreibtisch. Ich sehe mich als Kind auf dem Boden sitzen. Ich spiele mit meinen Spielsachen. Ich sehe mich als ich über jede Kleinigkeit gelacht habe und glücklich war. Ich sehe mich auch als Jugendlicher, als ich am Schreibtisch sitze und einen Liebesbrief an mein Mädchen schreibe. Einen Brief, den ich ihr nie gegeben habe. Ich sehe mich als glücklicher Gewinner, nachdem ich ein Kampf gewonnen habe. Und als weinender, enttäuschter Kämpfer, der gerade ein wichtiges Turnier verloren hat. Ich höre die Stimme meines Vaters hinter mir. Er sagt: "Tarek, wann bist du zurück gekommen? Ich hab dich sehr vermisst. Wie geht es Yasin? Ist er jetzt im Kindergarten oder schon in der Schule? Ich möchte gerne das Baby Noah sehen. Möchtest du mit mir jetzt ins Café gehen und Wasserpfeife rauchen? Du bist jetzt nicht mehr nur mein Sohn, du bist auch mein Freund." Jetzt hörte ich Pfeifen auf der Straße. Ich öffne das Fenster und sehe meine Freunde. "Bist du schon angezogen? Wir müssen in die Schule gehen." Ich gehe zu ihnen und sie sagen leise: "Heute gehen wir nicht in die Schule. Wir haben ein Rendezvous mit ein paar Mädchen."

Ich sehe uns alle essen: meine Eltern, meine Geschwister und mich. Wir essen zusammen, wir lachen zusammen. Mein Bruder klaut mein Brot. Ich esse das Stück Fleisch von meiner Schwester, sie weint und ruft: "Tarek klaut mein Fleisch!" Meine Mutter beruhigt sie und gibt ihr ihr Stück Fleisch zurück. Nach dem Essen sitzen wir zusammen. Jeder erzählt etwas von sich und was er heute erlebt hat. Es klingelt an der Tür und unsere Nachbarn bringen uns einen Teller voller Süßigkeiten. Wir freuen uns sehr und in fünf Sekunden ist der Teller leer.

Ich sehe uns lächeln und glücklich. Ich sehe meine Mutter wie sie sich von mir verabschiedet, mit Tränen in den Augen und wie sie zu mir sagt: "Pass auf dich auf!" Ich sehe meinen Vater, wie er mich in den Arm nimmt und mir tief in die Augen schaut und ich verstehe, ohne, dass er etwas sagt. Ich höre die Stimme meiner kleinen Schwester, die zu mir sagt: "Nimmst du mich mit?" Ich schaue alle an, lächele und plötzlich weckt mich die Stille und ich merke, dass ich allein bin. Keiner ist da außer mir und der Erinnerung. Vater und Mutter sind an einem besseren Ort. Meine Geschwister sind dort, wo sie ihr neues Leben haben. Freunde, Nachbarn, alle sind beschäftigt mit ihren Problemen, Sorgen oder was auch immer. Die einzige Sache, die geblieben ist, ist die Erinnerung. Und genau hier merke ich, diese acht Jahre waren die Brücke zwischen dem Jetzt und der Vergangenheit.

Vor acht Jahren oder mehr waren meine Eltern noch da, mein Zuhause und meine Freunde, mein Leben als Jugendlicher. Jetzt bin ich ein Urlauber, der für ein paar Tage oder Wochen da ist, um etwas Energie zu tanken und dann wieder auf seine eigene Reise zu gehen.

Genießt jetzt, was ihr habt. Wenn eure Eltern da sind, dann genießt die Zeit mit ihnen. Genießt eure Erinnerungen mit Familie oder Freunden, mit viel Liebe und Freude. Vergiss die Sorgen und Probleme. Vergiss iPhone, iPad und Internet. Verbringe lieber viel Zeit mit deiner Familie, deinen Freunden oder Nachbarn.

Säe diese schönen Gefühle, diese schönen Erinnerungen mit deinen Lieben, damit du in zwanzig oder dreißig Jahren viel Gutes ernten kannst.

Ich bin wieder zurück bei meiner Familie, Freunden und Bekannten und jedem, der in meinem Leben Platz hat, um eine schöne Zeit und schöne Erinnerungen zu pflanzen. Für mich um es zu genießen und für die anderen, die – wenn ich einmal sterbe – schöne Erinnerungen an mich haben.

Ich wünsche euch viel schöne Zeit mit euren Lieben.
Einen schönen Sonntag,
Tarek Amin

PS: Entschuldigt, dass ich das hier erst am Sonntag schreibe, aber ich bin erst Samstag gelandet.

Das 80-jährige Modell oder Alter ist nur eine Zah

ch schreibe meine Geschichten immer für den ersten Freitag im Monat. Hier kommt, wie versprochen, meine Geschichte zum ersten Freitag im Dezember.
 
xxxxxx Das 80-jährige Modell oder Alter ist nur eine Zah lxxxxxx
 
Ein 80-jähriges, chinesisches Männer-Modell erzählte nach einer Modenschau: "Für diesen Tag habe ich 60 Jahre gearbeitet. Mit vierundzwanzig bin ich zur Schulspielschule gegangen und habe das Fach Theaterschauspiel belegt. Mit vierundvierzig habe ich angefangen die englische Sprache zu lernen. Als ich neunundvierzig war habe ich meine eigene Künstlergruppe gegründet, die leider nicht lange funktioniert hat. Kurz danach bin ich nach Peking umgezogen. Ich habe bei null angefangen. Ich hatte kein Geld, keinen Job, keine Wohnung. Ich habe verschiedene Jobs gehabt, damit ich leben konnte. Mit fünfzig Jahren habe ich mich entschieden meinen Körper zu verbessern, um meinen Traum wieder näher zu kommen. Ich habe mich im Fitnessstudio angemeldet und wieder trainiert. Mit siebenundfünfzig war ich Aktmodell für einen Bildhauer. Dreizehn Jahre später, mit siebzig, habe ich intensiver und mit einem Profi-Trainer trainiert. Drei Stunden am Tag habe ich intensiv trainiert. Und mit neunundsiebzig Jahren bin ich zum ersten Mal als Model auf dem Laufsteg gestanden."
 
Er erzählte weiter: "Jetzt bin ich achtzig Jahre alt. Ich habe noch viel zu geben. Ich habe viele Träume vor meinen Augen, die ich wahr werden lassen möchte."
 
Wenn du denkst, du bist zu alt dieses oder jenes zu tun. Wenn du denkst es ist zu spät dieses oder jenes zu tun. Wenn du dir immer sagst, dass der Zug schon abgefahren ist, dann kannst du dein Leben nie genießen und den Traum vor deinen Augen wachsen sehen. Du wirst so wie so älter werden, egal ob du etwas begonnen hast oder nicht. Dein Alter läuft, ob du zu Hause sitzt und dich in der Zelle des Opferseins einsperrst oder ob du wieder und wieder um deinen Traum kämpfst. Dein Traum ist nur für dich, niemand darf oder kann ihn stoppen. Der einzige, der deinen Traum einfrieren kann, bist du selbst.
 
Wenn du einen Job ausüben möchtest, dann tu es und überleg nicht, ob du es schaffst oder nicht. Wenn du auswandern willst, dann mache jetzt den ersten Schritt. Wenn du einen Sport machen möchtest, dann tu es und denke nicht, dass es schon vorbei ist.
 
Viele fragen mich, ob Karate oder Kampfsport allgemein für ihr Alter geeignet ist. Und wenn ich sie frage "Warum? antworten sie: "Ich wollte immer mit Karate anfangen, aber ich hatte nie Zeit dafür und jetzt denke ich es ist zu spät. Sie sagen die Worte "zu spät" mit Bedauern und Schmerz. Wieso leidest du unter dieser Illusion? Die Illusion, die dich traurig und alt macht? Statt, dass du sagst ich beginne meinen Traum in meinem jetzigen Alter wahr zumachen. Du willst ja kein Weltmeister sein (obwohl es heutzutage in jedem Alter machbar ist). Wir sagen du willst zum Beispiel Karate nur für dich machen. Wo ist das Problem, wenn du fünfzig, siebzig oder neunzig Jahre alt bist? Mit fünfzig sagte du: "Schade, ich hätte das früher machen sollen." Mit siebzig sagst du auch: "Warum habe ich das nicht mit fünfzig gemacht?" Und mit neunzig wirst du auch sagen: "Schade, ich hätte das mit siebzig machen sollen." Die Zeit läuft sowieso. Niemand kann die Zeit anhalten, aber ich kann mit der Zeit parallel gehen. Mich mit der Zeit anfreunden.
 
Bei mir im Dojo (Karateschule) vereinbaren die Kinder und ich, dass sie bis zum Schwarzgürtel weiter trainieren werden. Auch, wenn die Kinder umziehen in eine andere Stadt und sogar, wenn sie einfach nur unser Dojo verlassen und irgendwo anderes trainieren. Um diese Vereinbarung fest zuhalten schließen wir einen Vertrag. Die Kinder unterschreiben mit ihrem Namen, dass sie Karate machen werden bis sie den Schwarzen Gürtel erreicht haben. Die Kinder nehmen den Vertrag mit, ich behalte ihn nicht. Sie hängen ihn in ihrem Zimmer an die Wand, damit das ein Ziel für sie wird.
 
Gestern hat ein Junge, siebzehn Jahre alt, seine Jungend-Schwarzgürtel-Prüfung, für die er vor Jahren als er klein war den Kindervertrag mit mir unterschrieben hat, gemacht. Er hat damit jetzt sein Versprechen gehalten und nicht nur das, er möchte gerne noch erfolgreicher im Karate sein und vielleicht kann er irgendwann auch Karatetrainer werden.
 
Alter ist nur eine Zahl ohne Bedeutung. Alter ist die Erfahrung, die Weisheit, die Erinnerung. Sieh deine Jahre als leuchtende Treppe, die dich zum Gipfel deines Traumes bringt.
 
Mach deine Augen zu, denke nicht daran wie alt du bist. Denke an das, was du haben möchtest. Visualisiere jetzt deinen Traum vor deinen Augen. Genieße das Gefühl, dass du diesen Traum schon wahr gemacht hast, bevor du begonnen hast. Mach deine Augen auf und frage dich laut: "Ist mein Traum nicht wertvoll genug, dass ich jetzt alles dafür tue ihn wahr werden zu lassen?"
 
Wenn du darauf antwortest, dass er wertvoll genug ist, dann vergiss alles und fange an deinen Traum in Erfüllung gehen zu lassen.
 
Schönes Wochenende,
Tarek Amin

Ohne das Eine hat das Andere keine Bedeutung

                                                             Freitag 06.Oktober 2017                             

Hast du einmal das Gefühl gehabt, dass das Leben keine Bedeutung hat? Hast du dich mal gefragt, wieso gibt es Krankheit, Schmerz und Leid? Hast du dich oft gefragt, warum gibt es erfolgreiche Leute und Versager, gesunde und kranke Leute und glückliche und traurige Menschen?

Ein Jugendlicher, den ich betreue hat mich einmal gefragt: "Warum bin ich traurig und viele andere sind glücklich? Warum gibt es viele kranke und arme Leute, aber auch gesunde und reiche Leute? Warum starb mein Vater als ich 7 Jahre alt war und lässt mich allein und viele andere Kinder haben ihre Eltern noch?" In diesem Moment konnte er seinen Tränen nicht zurückhalten, er versteckte sein Gesicht und weinte. Ich habe ihn kurz in Ruhe gelassen, dann habe ich ihn beruhigt, bis er wieder lächelte. Ich habe ihm ein paar Fragen gestellt, damit er die Situation verstehen kann:

"Können wir den Wert von Glücklichkeit erkennen, wenn wir nie traurig waren? Können wir sehen, wie großartig es ist reich zu sein, wenn wir nie arm waren? Können wir mit unserer Gesundheit zufrieden und glücklich sein, wenn wir nie krank waren?

Wenn alle Leute gesund wären, hätten wir nicht gewusst, was Gesundheit bedeutet. Wenn alle Leute reich sind, spüren wir nicht den Genuss reich zu sein. Was mit deinem Vater passiert ist, ist sehr traurig, aber es steckt eine Bedeutung dahinter. Vielleicht für dich, vielleicht für jemand anderes, der nicht gewusst hat, wie schön es ist einen Vater oder eine Mutter zu haben. Auch für dich gibt es einen großen Grund. Sicher hast du gewusst wie wichtig ein Vater für ein Kind ist und wenn du Kinder hast, bist du immer für sie da, gibst ihnen Liebe, Zärtlichkeit und Aufmerksamkeit und damit machst deine Kinder so glücklich."

Vor Sechs Jahren, war ich persönlich ein anderer Mensch. Innerlich und äußerlich. Durch Traurigkeit, Leid und Verzweilung habe ich die Bedeutung von Glücklichsein, Zufriedenheit und Optimismus gekannt. Innerlich habe ich mich viel verändert. Ich bin zufrieden geworden, glücklicher geworden und vor allem: Ich weiß ganz genau, was ich machen möchte. Das Beste daran ist, ich kann jetzt vielen Leute helfen und kann das sehr sehr genießen. Und äußerlich: Viele von euch haben gesehen, wie ich abgenommen habe – von 130 Kilo Startgewicht.

Wir müssen wissen, ohne das Gegenteil von etwas, können wir nicht die Bedeutung der schönen Sache erkennen und wertschätzen.

- Ohne Leid und Traurigkeit hat Glücklichsein keine Bedeutung.
- Ohne Krankheit hat Gesundheit keine Bedeutung.
- Ohne Armut hat Reichtum keine Bedeutung.
- Ohne Dunkelheit hat Licht keine Bedeutung.
- Ohne Hunger hat Sattsein keine Bedeutung.

Und ohne Verzweiflung und Hilflosigkeit hat eine Veränderung keine Bedeutung.

Deswegen, nimm alles was du bekommst – egal was – als Geschenk, das dich früher oder später glücklich macht.

Ein schönes Wochenende,
Tarek Amin

 

Trotz allem Honeymoon


                                                                         01.September 2017

Ich entschuldige mich, dass dies eine lange Geschichte ist, aber ich konnte sie nicht kürzer fassen, da das alles so passiert ist.

Viele freuen sich auf etwas und wenn es dann nicht so kommt, wie sie es wollen, enttäuschen sie sich selbst. Viele beneiden die anderen, weil sie vielleicht Geld, ein schönes Auto oder ein schönes Haus haben. Aber sie beneiden sie ohne zu wissen, wie hart sie dafür gearbeitet haben, damit sie sich so ein Haus, so ein Auto oder so eine schöne Reise leisten können.

Wir beobachten die anderen. Wir sehen, was sie haben. Wir beneiden sie, aber wir sehen und achten nicht auf das, was wir selbst haben. Jemand hat ein Haus, ein Auto und viel Geld, aber er ist krank oder er hat keine Kinder. Du hast wenig Geld, eine einfache Wohnung und verreist vielleicht alle zwei Jahre, aber du siehst nicht, dass du gesund bist und zwei Kinder hast, die dich anlächeln und dir sagen: "Ich liebe dich!"

In meiner Religion und Kultur gibt es die sogenannten "bösen Augen". Das ist, wenn man neidisch auf etwas oder jemanden ist. Und diese bösen Augen haben meine Frau und mich richtig getroffen. Viele von euch wissen, dass ich vor einem Jahr geheiratet habe. Wir haben eine Honeymoon-Reise geplant – mit dem Wohnmobil durch die USA. Vor ein paar Monaten haben wir die Reise schließlich gebucht. Es sollte nach Florida gehen – Miami Beach, dann runter auf die Keys, durch die Everglades nach Fort Myers, Tampa, Orlando und anschließend hoch bis nach Atlanta. Tolle Reise, gell?

Viele wussten von unseren Plänen, haben uns eine gute Reise gewünscht und ein paar sagten: "Oh, so eine Reise. Wie kann man sich das leisten? Ich möchte deinen Arbeit haben." Manche schauten mich an und sagten: "Dir geht's aber gut!" Ich habe ein schlechtes Gefühl gehabt, aber weil ich ein optimistischer Mensch bin, habe ich das Gefühl immer schnell verdrängt. Doch dann hat es begonnen – einen Tag vor unserer Abreise bekamen wir eine Nachricht, dass die Mietstation des Wohnmobils bis 15 Uhr geöffnet haben wird. Unsere Maschine, jedoch erst um 15 Uhr landen würde. Nach einigen Anrufen und viel hin und her, kam jedoch die Knaller-Nachricht: A) Wir dürfen so oder so den Camper nicht am gleichen Tag unseres Fluges abholen. Wir müssen eine Nacht im Hotel bleiben. Wir akzeptierten das und buchten im Internet gleich ein Hotel. "Eine Nacht in Miami in einem festen Bett zu schlafen tut uns bestimmt auch gut.", sagte meine Frau. B) Die zweite "gute" Nachricht war, das Mietbüro würde Samstag und Sonntag geschlossen haben. Das bedeutete für uns ein ganzes Wochenende im Hotel, da unsere Ankunft in Miami für Freitag gebucht war. Und dazu natürlich ein Mietwagen, da die Taxis sehr teuer sind und ein Mietwagen die günstigere Option war.

Nach drei Tagen, haben wir uns am darauffolgenden Montag schließlich sehr gefreut den Camper endlich abholen zu können. Er sah sehr schön aus und war groß genug für uns beide. Nun mussten wir den anderen Mietwagen natürlich zurückbringen. Wir brauchten eine Stunde um zum Flughafen zu fahren. Ich fuhr den Camper, meine Frau den Mietwagen. Auf der ganzen Strecke gab es keine Tankstelle, bis ich schließlich doch ein entdeckte. Ich sagte meiner Frau, sie solle mir nachfahren, sodass ich ihr die Tankstelle zeigen konnte. Leider nahm ich den falschen Weg und sah vor mir plötzlich die Tiefgarage am Flughafen. Hinter mir viele Autos, ich konnte nicht anhalten und fuhr weiter … ich bog also in die Einfahrt der Garage und hörte plötzlich einen riesigen Lärm hinter mir. Ich dachte der Kühlschrank im hinteren Teil des Fahrzeugs hätte sich gelöst und würde nach vorne fliegen. Meine Frau hupte und hupte. Ich blieb stehen und erkannte, dass ich mit dem Dach die hängenden Metall-Barken an der Decke der Garage getroffen hatte. Die Flughafenmitarbeiter kamen sofort angelaufen und fragten entsetzt, was denn passiert sei. Das Problem war jedoch jetzt: Wie fahren wir hier wieder raus? Natürlich auf dem gleichen Weg. Nach längeren Diskussionen mit dem Personal bot schließlich einer an mir beim Rausfahren zu helfen. Ich schlug also vor, dass ich aufs Dach klettern und die Barke anheben würde, während er mit dem Camper Stück für Stück darunter hindurch rollte. Da Barken waren aus Metall und unheimlich schwer. Es dauerte bestimmt 10 Minuten bis wir die 4 Meter lange Einfahrt – gegen die Fahrtrichtung – gemeistert hatten. Es gab Stau, die Leute hupten und fluchten, nur für diese 10 Minuten, die mir wie eine Stunde vorkamen. Endlich war ich mit dem Camper draußen und wartete auf meine Frau, die in der Zwischenzeit den Mietwagen vollgetankt hatte.

Ich saß draußen im Regen, da kam ein Polizeiauto. Der Polizist wollten wissen, was passiert sei und fragte mich nach meinen Papieren. Ich gab ihm alles und ein Gedanke durchfuhr meinen Kopf: Hoppla, ein Deutscher, der in Ägypten geboren ist und an dessen Name ersichtlich ist, dass er Moslem ist, fährt mit einem Camper am Flughafen in eine zu niedrigen Tiefgarage und hat einen Unfall … das bietet viel Spielraum zur Interpretation. What a day!

Der Polizist schaute sich den Camper von innen und unten an und sagte ich solle ihm folgen. Er wies mich zu einer Stelle an der ich parken und auf meine Frau warten sollte. Nach dem Vorfall fuhren wir natürlich gleich zurück zur Mietstation, um die Schäden zu melden. Die Mitarbeiterin begutachtete die Schäden und sagte, wir sollten morgen kommen, da erst dann ein neuer Camper käme, den wir haben könnten. Meine Frau und ich diskutierten über eine Parkmöglichkeit für die Nacht, als meine Frau plötzlich bemerkte, dass ihr Geldbeutel nicht mehr in ihrer Tasche war. Darin war das ganze Bargeld, ihr Pass, EC- und Kreditkarte und ihr Führerschein, kurz: ALLES! Ich versuchte sie zu beruhigen und ihr dabei zu helfen sich zu erinnern, wo sie ihn verloren haben könnte. Sie sagte: "Bestimmt habe ich ihn im Mietwagen nach dem Tanken verloren." Also fuhren wir wieder eine Stunde zurück zum Flughafen und fragten gleich unten bei der Rückgabe-Station nach dem Geldbeutel. "Wenn etwas in einem Wagen gefunden wird", so erklärte uns ein Mietarbeiter, "wird alles hochgeschickt ins Fundbüro." Wir gingen nach oben, das Fundbüro hatte geschlossen. Unter der angeschriebenen Nummer versprach uns ein Mitarbeiter sich zu kümmern und gleich zurück zurufen. Auf dem Rückruf warten wir bis jetzt! Wir gingen also wieder in die Tiefgarage. Es war stickig, heiß, voller Abgase und es war mittlerweile auch dunkel geworden. Das alles war uns egal – Hauptsache der Geldbeutel würde wieder auftauchen. Zwei fähige Mitarbeiter nahmen sich uns an und nach einiger Zeit und vielen Anrufen tauchte der Geldbeutel endlich auf. Ich umarmte den Mann und meine Frau schüttelte ihm erleichtert und erschöpft die Hand.

Die Nacht verbrachten wir in unserem Camper auf einen großen Parkplatz eines Starbuck's-Cafés – es gab keine Campingplatz in der Nähe. Ich habe kaum geschlafen. Ich dachte nach so einem Tag kann nur noch kommen, dass jemand sich am Camper zu schaffen macht und bereitete mich deshalb innerlich darauf vor.

Am nächsten Morgen waren wir pünktlich um 11 Uhr an der Mietstation. Wir warteten gut eine Stunde bis die Mitarbeiterin zu uns kam und uns berichtete, dass sie die Schäden der Zentrale gemeldet hatte und es noch einmal gut 2 bis 3 Stunden dauern würde bis wir den anderen Camper haben könnten. Wir sollten irgendwo einen Kaffee trinken und sie würde uns dann anrufen. Nach 2 Stunden kam der Anruf. Zurück im Büro sollten wir die Summe der entstandenen Schäden erfahren. 4.500$, die wir hier und jetzt bezahlen sollten. "Wir haben eine Versicherung abgeschlossen", betonte ich. "Die amerikanische Versicherung deckt Schäden am Dach nicht mit ab" bekam ich als Erklärung "und wir arbeiten nicht mit ihrer deutschen Versicherung zusammen." Ich gab ihr meine Kreditkarte, doch sie funktionierte nicht. 3.000€ war das Limit und da ich ja spontan Hotel, Mietwagen und Kaution bezahlen musste, hatte ich das Limit bestimmt schon erreicht. "Ich habe noch 1.000$ die ich bar abheben könnte. Und meine Frau auch. Das sind 2.000$. Den Rest können wir bezahlen, wenn wir den Camper zurückbringen.", sagte ich. Das war jedoch leider nicht möglich. Also schlug ich vor, wir würden den beschädigten Camper behalten und damit weiterfahren. Doch auch das war nicht möglich. Kein neuer, kein alter, bevor die 4.500$ bezahlt sind! Ich bat sie, den Manager anzurufen – Mister Ammar. Meine Frau sprach mit ihm am Telefon und erzählte mir, dass er Syrer ist. Ich bat ihn, dass er die Hälfte der Summe jetzt akzeptieren würde und die andere Hälfte, wenn wir zurück wären. Gott sei Dank nahm er an. Wir wollten also mit dem Camper zur Bank fahren um das Geld vor Schließung der Bank abzuheben, doch wir mussten den Camper stehen lassen. Im Laufschritt erreichten wir in sengender Hitze nach 20 Minuten die Bank. Vier Versuche mit meiner EC-Karte, doch kein Erfolg. Meine Frau konnte nur 300$ abheben. In dem Moment sagte ich mir: Jetzt reicht's! Das ist bestimmt versteckte Kamera. Jetzt kommt bestimmt gleich Frank Elsner mit einem Kamerateam um die Ecke und ruft: "Verstehen Sie Spaß?" Aber leider kam er nicht … Meine Frau schaffte es in einem weiteren Versuch 2-mal 300$ abzuheben. Die Mietstation würde in 5 Minuten schließen und wir würden mindestens noch mal 20 Minuten für den Rückweg brauchen … im Laufen rief ich die Mitarbeiterin an, sie solle auf mich warten. Ich gab ihr die 1.000$ und erklärte, dass das alles wäre, was wir momentan verfügbar hätten. Sie rief wieder ihren Chef an, ich sprach mit ihm und bat ihm uns zu glauben. Wenn ich morgen die Bank anrufe, würde es nur ein paar Tage dauern, bis ich das Geld auf dem Konto hätte. Ich bot an einen Vertrag zu unterschreiben oder dergleichen, nur damit er uns glauben könnte. Am Ende der Leitung war es kurz still, er atmete tief und versprach dann, er würde das auf seine Kappe nehmen und uns vertrauen. Ich dankte ihm ganz herzlich. Wir bekamen also unseren neuen Camper und konnten nach 5 Tagen endlich aus Miami losfahren. Wir atmeten tief durch und versprachen uns den Urlaub ab jetzt in vollen Zügen zu genießen … A B E R … wir tranken einen Kaffee im selben Starbuck's wie die Nacht davor, ich ging ins Internet und checkte meine Mails und sah dort 9 Kündigungen liegen. Ich lächelte, schaute zum Himmel und sagte innerlich: Wann hört es auf? Nach ein paar Minuten bekam ich eine Nachricht, von einem Bekannten: Ich wünschte ich hätte deine Arbeit. Du liegst jetzt bestimmt gemütlich am Strand. Ich wollte dich nicht stören. Genieß den Urlaub, bei uns ist furchtbares Wetter! Ich ignorierte diese Nachricht und wir fuhren einfach weiter zu unserer ersten Station: Fort Myers Beach.

Wir waren noch nicht richtig auf der Autobahn, als ich ein lautes Geräusch auf dem Dach hörte. Ich sagte meiner Frau, dass eben etwas vom Dach auf die Straße gefallen sei. "Nein, das war bestimmt nur ein Ast oder ein toter Vogel", entgegnete sie. Sie wollte es vermutlich nicht wahr haben. Wir nahmen also die nächste Ausfahrt, ich kletterte auf's Dach und sah, dass die Abdeckung der Abzugshaube abgefallen war. Ich reparierte sie auf ägyptische Art und wir fuhren weiter. Ich lächelte wieder, nahm meine Frau in den Arm und sagte: "Wir haben nur noch ein paar Tage. Entweder wir leiden weiter oder wir lassen das hinter uns und schauen nach vorne. Ich bin sicher, dass alles, was passiert ist, einen höheren Sinn hat. Wir wissen jetzt nicht warum, aber irgendwann bestimmt."

Diese Lektion habe ich gelernt. Ich genieße alles, was ich habe und ich denke nicht an das, was ich nicht habe. Ich versuche alle Probleme zu lösen, indem ich mich auf die Lösung konzentriere nicht auf das Problem. Trotz allem war unsere Reise schön und ich glaube in ein paar Monaten kann meine Frau auch drüber lachen. Ich lache jetzt schon.

Schönes Wochenende,
Tarek Amin

Die heilige Botschaft

                                                                    Freitag August 2017

 

Als Mentaltrainer sollte ich die Leute immer motivieren, helfen ein Problem zu lösen, die negativen Gefühle und Einstellungen zu verbessern. Ein Mentaltrainer ist wie ein Schild, das den Weg zeigt, aber nicht mitgeht. Ein Licht, das immer an ist, wenn man es braucht. Eine starke Energie, die die anderen Menschen mitreißt. Das ist die Aufgabe eines Mentaltrainers. Das ist meine Aufgabe, die ich immer wieder versuche zu erfüllen. Ich gebe Kraft, ich gebe Hoffnung, ich gebe Energie und Motivation. Aber ich bin auch ein Mensch, der das alles manchmal braucht. Viele Freunde sagten mir: "Ich möchte gerne wie du sein. Optimistisch, freundlich, motiviert und lustig." Und ich freue mich immer sehr, wenn die Leute das bei mir sehen können.

In den letzten Tagen konnte ich jedoch nicht verstecken, wie traurig ich war und wieviel Schmerz ich in meinem Herzen hatte. Ich wachte am Sonntag auf und musste lesen, dass zwei gute Freunde von mir gestorben waren. Im gleichen Alter wie ich — 51. Der gleiche Humor und auch Karateka. Meinen ersten Freund — Hisham — kenne ich seit ich 15 Jahre alt war. Wir haben zusammen trainiert, auf vielen Turnieren zusammen gekämpft und waren jahrelang zusammen in der Nationalmannschaft. Auch als ich nach Deutschland kam, habe ich ihn oft gesehen und wir haben immer zusammen über alte Geschichten gelacht. Ich sah ihn das letzte Mal bei der Weltmeisterschaft in Österreich letztes Jahr. Er nahm mich in den Arm und sagte: "Ich vermisse dich. Ich habe dich schon lange nicht mehr gesehen." Er fragte mich, wann ich nach Ägypten kommen würde. Ich war sechs Jahre nicht dort. Ich antwortete: "Jetzt noch nicht, aber ich versuche in zwei oder drei Jahren zu kommen." Er schaute mir ganz tief in die Augen und sagte: "Bruder, man weiß nicht, wann man stirbt. Vielleicht sterbe ich bevor du nach Ägypten kommst." Und leider kam es so. Hisham ist gestorben, bevor ich ihn in Ägypten treffen konnte. Bevor ich mit ihm unser Lieblingsorte habe besuchen können. Jetzt sehe ich ihn nicht mehr wieder — weder in Ägypten noch anderswo. Ich erinnere mich immer an sein Lachen. An seine Stimme. Wie er mich immer "Tito" gerufen hat. Ich sehe ihn immer, wie er wie ein Löwe gekämpft hat. Als er seine Schüler voll motiviert hat. Ich sehe ihn, ich höre ihn, aber leider nur in der Vergangenheit.

Der zweite Freund ist Ramazan. Er war einer von den ersten Menschen, die ich — als ich nach Deutschland kam — kennenlernte. Vor 25 Jahren wollte ich in Deutschland weiter Karate machen. Durch eine Freundin von mir habe ich ein sehr gutes Karate-Dojo gefunden. Wochenlang haben wir trainiert und waren danach zusammen immer etwas essen oder trinken. Am Anfang hatte ich keine Arbeit, wegen meiner Sprache — ich konnte damals nur Englisch. Und weil ich keine Arbeit hatte, hatte ich natürlich auch nicht so viel Geld. Einmal waren wir nach dem Training weg, ich hatte großen Hunger und nur kleines Geld. Ich schaute auf der Speisekarte nach dem günstigsten Gericht — Wurstsalat. Mit Freude habe ich bestellt, das Essen kam und ich fing an zu essen. Nach ein paar Minuten fragte mich Ramazan, ob ich wüsste, dass das Schweinefleisch sei, was ich da esse. Ich spukte das Essen sofort wieder auf den Teller und sagte: "Nein, ich esse kein Schweinefleisch!" Natürlich konnte ich das Essen nicht zurückgehen lassen und auch nichts neues bestellen. Und das Schlimmste: Ich musste das Essen bezahlen. Ramazan fragte mich, ob ich noch Hunger hätte und etwas anderes bestellen wollte. Ich sagte ihm heimlich, dass ich nicht mehr Geld dabei hätte. Er lächelte, stand auf und nach 10 Minuten bekam ich neues Essen. Ich fragte ihn, woher das kam und er sagte: "Wir sind Brüder!" Und von diesem Moment an war er ein Bruder für mich. Wir haben uns nicht oft getroffen, aber wenn wir uns sahen haben wir viel miteinander gesprochen. Neulich war sein Sohn bei uns im Kickboxen. Ein paar Tage später traf ich Ramazan und sagte zu ihm: "Dein Sohn will Kampfsport lernen. Sei nicht faul. Komm und trainier mit uns." Er lachte laut und sagte: "Bruder, ich bin Rambo! Du weißt, wenn ich zu dir komme, mache ich dich platt." Ja, mein Bruder, das wäre mir lieber gewesen. Ich hätte lieber dein Lächeln gesehen, als deinen Sarg wie er in die Erde sinkt.

Liebe Brüder, ich vermisse euch beide. ich werde euch beide nie vergessen. Durch euch habe ich eine Botschaft von Gott bekommen. Ich frage mich und euch auch: Was haben diese beiden lieben Brüder mitgenommen? NICHTS. Kein Geld, keine Macht, keine Kraft. Sie sind ohne irgendetwas wieder zurück in die Erde. Sie haben viel Gutes bei uns gelassen — wie ihre Liebe, ihre Hilfe, ihre Freundlichkeit und viele gute Erinnerungen an sie. Das, was sie uns hier auf der Erde geschenkt haben, ist das was sie nach ihrem Tod im Paradies bekommen werden.

Ich lade euch und mich ein, alles zu stoppen und zu löschen, was wir an negativem in unseren Herzen tragen. Wir sind auf der Welt, als ob wir in einem Zug fahren. Nach kurzer oder langer Fahrt steigen wir an unseren Station aus. Wer in diesem Zug Hass, Neid, Eifersucht, schlechte Gefühle, schlechte Gedanken und eine böse Einstellung sammelt, steigt mit viel Gepäck aus, dass er nicht tragen kann. Derjenige, der Liebe, Frieden und Vergebung gibt, steigt ohne Gepäck aus und fühlt sich ganz leicht.

Kämpfe nicht um Geld, Macht oder Anerkennung und mit der Gier nach mehr, weil du das alles nicht mitnehmen wirst, wenn du uns verlässt. Gib stattdessen Liebe, Zärtlichkeit, Aufmerksamkeit und Verständnis, dann wirst du immer bei deinen Lieben bleiben. Auch, wenn du nicht mehr da bist.

Hisham, Ramazan und vor kurzem auch Frank Seidelmann, haben uns eine heilige Botschaft geschickt, damit wir kurz nachdenken und schauen, wo wir sind und was wir haben wollen. Diese Botschaft sollen wir alle weitergeben, um anzufangen Frieden mit uns und mit allen Menschen zu schließen.

Ich wünsche, dass wir alle diese Botschaft verstehen werden.
Dankeschön,
Tarek Amin

Das Bedürfnis zu atmen

9. Juni 2017

 Was verstehst du unter Erfolg oder darunter erfolgreich zu sein? Kann man in einem Bereich Erfolg haben und in eine anderen nicht? Und wenn man an einer Stelle etwas nicht schaffen kann, ist man dann ein Versager? Kann man ein Gewinner sein und gleichzeitig ein Verlierer? Gibt es Sieg oder Niederlage nur im Sport? Gibt es Erfolg oder Misserfolg nur auf bestimmten Wegen? Diese Fragen höre ich immer wieder in Diskussionen nach meinen Seminaren oder von Sportlern, die ich betreue oder von Freunden in Gesprächen.

Erfolgreich sein oder gewinnen das kann jeder. Es betrifft auch nicht nur bestimmte Gruppen, wie Sportler oder nur bestimmte Bereiche, wie Sport. Du kannst in einem Bereich Erfolg haben und in einem anderen nicht, bist dabei aber trotzdem kein Verlierer. Wenn du etwas gewinnst – und ich meine hier nicht nur im Sport, man kann einen guten Job gewinnen, man kann sich selbst gewinnen, wenn man seinen richtigen Weg im Privat- oder Berufsleben findet, man kann einen guten Menschen gewinnen, egal ob Freund oder Partner (darüber spreche ich in meinem neuen Buch "Denke wie ein Weltmeister") – dann hat das viele Faktoren und du musst einen Plan dafür haben. Manche beginnen etwas und ihr Plan ist "Mal sehen was kommt" und ich garantiere das Ergebnis wird Scheitern sein. Die wichtigsten Schritte nach einen richtigen Plan sind Glaube, Wille und Beharrlichkeit. Wenn du das alle hast, dann gewinnst du. Und wenn du nicht gewinnst, bist du trotzdem kein Versager, solange du es noch einmal versuchst und deine Pläne verbesserst, deinen Glauben verstärkst und deinen Willen und deine Beharrlichkeit nie aus den Augen verlierst. Wenn du das alles erreichst, dann garantiere ich dir deinen Gewinn und deinen Erfolg.

Ein junger Mann wollte lernen Erfolg zu haben. Er fragte viele Menschen und ein paar erzählten ihm, dass es auf einem Berg einen weisen Mann gebe und, dass dieser die Antwort bestimmt wüsste. Also kletterte der junge Mann auf den Berg und traf dort den Weisen. "Ich möchte gerne wissen, wie ich Erfolg haben kann." erzählte er ihm. Der Weise antwortete: "Ganz einfach, mein Junge. Wr treffen uns morgen um 5 Uhr am Strand." Der junge Mann nickte und kehrte zurück. Er fragte sich selbst: Warum muss ich morgen um 5 Uhr am Strand warten? Was hat das mit Erfolg zu tun?

Als die beiden sich am nächsten Tag am Strand trafen fragte der Junge: "Sagst du mir jetzt, wie ich Erfolg haben kann?" Der weise Mann sagte: "Komm mit, wir gehen ins Wasser." Der Junge schaute zuerst den Weisen ungläubig an und dann auf das Wasser und ging zögerlich mit. Sie gingen bis das Wasser etwa kniehoch stand. Der Junge wiederholte seine Frage aufs Neue. Der Weise entgegnete: "Komm, wir gehen weiter rein." Der junge Mann sagte: "Du hast mich falsch verstanden. Ich möchte erfolgreich sein, nicht schwimmen lernen." Der Weise ging ohne Worte weiter bis das Wasser bis zum Hals reichte. "Aber jetzt sagst du mir, wie ich erfolgreich sein kann." Da nahm der Weise den Jungen am Kopf und drückte ihn unter Wasser. Der Junge versuchte seinen Kopf hoch zu nehmen, doch es gelang ihm nicht. Da nahm er noch einmal all seine Kräfte zusammen und versuchte es ein weiteres Mal und es gelang ihm. Kaum war er aufgetaucht schimpfte er mit dem Weisen: "Bist du ein Idiot? Wolltest du mich umbringen? Du bist ein alter Mann und du hast keine Ahnung. Warum hast du das mit mir gemacht?" Der Weise schaute ihn lächelnd an und sagte: "Am Anfang, als du unter Wasser warst hast du versucht mit Kraft wieder hochzukommen und die wichtigste Sache für dich war zu atmen. Deswegen hast du deine ganze Kraft, Stärke und Wille gesammelt nur um atmen zu können. Und nun, mein Junge, wenn dein Bedürfnis nach Erfolg genauso wichtig wird, wie dein Bedürfnis zu atmen, dann bist du bereit Erfolg zu haben."

Du musst deinen Erfolg nicht suchen, denn dein Erfolg ist in dir. Finde ihn in dir selbst, dann hast du alles, was du brauchst. Warte nicht auf den richtigen Zeitpunkt, finde die richtige Zeit für dich. Eine Niederlage zu erleiden oder zu versagen ist leicht, dafür musst du nichts tun. Aber Erfolg zu haben braucht harte Arbeit und bringt eine harte Zeit mit sich, sonst wird es nichts besonderes sein. Deine Kraft, dein Wille und deine Energie kommen nicht zufällig. Nur die schwachen Leute sagen das. Aber die erfolgreichen Menschen wissen genau, wie sie das alles für ihren erfolgreichen Weg nutzen können. Glaube an dich, vertraue dir selbst, sammle alles, was du kannst und vor allem lasse dein Bedürfnis nach Erfolg genauso wichtig werden wie dein Bedürfnis zu atmen.

Ein schönes Wochenende mit viel ERFOLG.
Tarek Amin

Wer? Was? Wo? Ramadan

1. Juni 2017

Ich möchte nicht unbedingt über Religion oder Glaube sprechen, aber ich sehe jetzt, dass ich verpflichtet bin ein paar Sachen zu erklären und ein Licht darauf zu werfen.

Viele von uns sagen und fragen Sachen, manchmal sind leider auch blöde oder provozierende Fragen dabei, wie zum Beispiel: Wenn du zu Abend essen darfst, dann ist du wie eine Schwein, oder? Oder: Du kannst doch Fenster und Türen zu machen und essen und trinken, dann kann Gott es ja nicht sehen. Es sind alles Fragen oder Personen, die dich provozieren wollen oder nieder machen wollen, was du machst … Am Anfang, vor Jahren, als ich sowas gehört habe, habe ich mich immer geärgert, jetzt lache ich darüber. Aber, wenn ich das Gefühl habe, jemand will etwas genau wissen, dann beantworte ich ihm Geren seien Frage.

Viele von uns haben oder kennen einen muslimischen Freund oder eine Freundin, der auch im Ramadan fastet. Und viele fragen und sind erstaunt, von vier Wochen Fasten ohne Wasser und ohne Essen und haben Fragen wie: Wie kannst du vier Wochen ohne Essen und Wasser sein? Weil manche tatsächlich denken, dass der Mann der fastet vier Wochen lang durchgehend nichts essen oder trinken darf. Glaub mir, das ist eine Frage, die mir gestellt wurde.

Die zweite Frage, die ich oft höre: Was ist der Sinn dabei, dreißig Tage nichts zu essen oder zu trinken? Warum verzichtest du so lange auf diesen Genuss? Was nützt es dir?

Die dritte Frage: Ist das gesund, was du da machst? Dass du nicht isst und nicht trinkst? Bekommst du davon nicht Probleme mit den Nieren, wenn du nicht genug trinkst? Oder mit dem Kreislauf?

Ein paar Freunde haben mich gebeten, es öffentlich zu erklären, was genau der Sinn vom Fasten ist. Damit die Leute es richtig verstehen und die Wahrheit wissen:

1. Ramadan ist 29 bis 30 Tage im Jahr. Die Stellung des Mondes entscheidet, wann diese 30 Tage sind. Und jedes Jahr findet der Ramadan zehn Tage früher statt, deswegen ist er mal im Winter, mal im Sommer. Fasten beginnt jeden Tag mit dem Sonnenaufgang und endet mit dem Sonnenuntergang. Wenn die Sonne auf geht, dann hört der Fastende auf zu essen, zu trinken, zu rauchen und Sex zu haben, er widersteht sämtlichen Bedürfnissen.

2. Der Sinn von Ramadan und warum der Fastende sich von allen Bedürfnissen frei macht ist, um Körper und Seele zu reinigen, seine Willensstärke und Selbstbeherrschung zu stärken und seine Lust zu beherrschen. Und vor allem, das Gefühl, das Verständnis und Gnade für arme Leute, die kein oder nicht genug Essen und Trinken haben zu bekommen. Gott sei Dank gibt es nicht so schrecklich arme Menschen hier in Deutschland, aber denkt an andere, ärmere Länder. Und vor allem ist der Sinn vom Fasten einen klaren Weg zu Gott zu bekommen, durch Gebet und eine klare Besinnung auf Gott und den Glauben.

3. Man fragt, ob Fasten gesund ist. Fasten ist nur für gesunde Leute, die in der Lage sind das zu machen. Die kranken Leute, die Leute die auf langen Reisen sind und die schwangeren Frauen, deren Kind im Leib Nahrung braucht, und die Frauen, die ihre Periode haben und dadurch viel Flüssigkeit verlieren, müssen nicht Fasten.

4. Wenn du über 17 Stunden, wie zu dieser Sommerzeit fastest, kannst du nicht wie ein "Schwein" essen. Dein Magen ist klein und kann nur wenig Essen aufnehmen.

Und zu guter Letzt, wenn ich die Fenster zu mache und das Licht aus, und dann esse und trinke und denke, dass Gott das nicht sieht, dann weiß ich nicht was Gott ist, weil Gott braucht keine Fenster oder Licht um mich zu sehen.

Wenn du eine Beziehung mit einem Menschen hast und diese Beziehung beginnt mit einer Lüge, kannst du dir vorstellen, wie die Beziehung laufen wird. Und jetzt, kannst du dir denken, wie es ist, wenn du dich auf Gott mit so einer Einstellung einlässt …

Der Weg zu Gott ist klar, deutlich und ehrlich. Es reicht, was wir miteinander lügen, schleimen, neidisch sind, Böses denken und sagen. Vielleicht können wir einen Weg finden, um unsere Seele zu reinigen. Und das ist der Sinn von Ramadan.

Ich schreibe das nicht, um den Islam zu verteidigen oder ein positives Bild vom Ramadan abzugeben. Das ist die Wahrheit vom Ramadan und Tatsache ist, dass viele Leute leider nur das Negative von einer Sache sehen und diese dann pauschalisieren. Deswegen bitte ich euch, bevor ihr eure Meinung über etwas sagt, bevor ihr einen Entscheidung über etwas trefft, sammelt alle Informationen, fragt richtig nach, damit ihr keine Fehler macht.

Ich glaube jetzt, haben viele eine klares Bild vom Ramadan oder was der Fastenmonat bedeutet. Und den Sinn davon verstanden. Frag dich wie oft hast du leider eine schlechte Einstellung oder Meinung über etwas, über das du nicht richtig Bescheid weißt?

Ich wünsche euch ein schönes Ramadan-Wochenende,
Tarek Amin

Ja, ich bin der Vater

3. März 2017

Vor 21 Jahren wusste ich, er ist da! Ich habe ihn schon über alles geliebt, bevor ich ihn gesehen habe. Das Gefühl hat bestimmt jeder richtiger Vater und jede richtige Mutter. Ich kann keine Worte finden, die dieses Gefühl des Glücks beschreiben könnten. Zu wissen, dass ein Teil von dir bald zur Welt kommen wird. Und er wird vor deinen Augen größer und größer. Du liebst ihn, wenn er lacht, wenn er weint, wenn er schreit und auch, wenn er in die Windeln macht :-) Er ist der Erste, der mir das echte Glück gegeben hat.

Als er kam war es die größte Freude meines Lebens. Als ich ihn zum ersten Mal gesehen habe, waren meine Tränen und mein Lächeln gemischt mit einer großen Freude, die ich davor nie gefühlt hatte. Ich schulde ihm dieses Glück, dass er mir gegeben hat.

Wenn dein Kind dich anlächelt, ist das ein echtes Lächeln ohne Erwartungen und ohne Lüge. Es lächelt, weil es glücklich ist, dich zu sehen. Das Lächeln kommt von Herzen direkt zu dir.

— Mein Sohn ist jetzt ein bisschen größer. Ich habe das mit meinen Augen und meinem Herzen gesehen. Ich war bei ihm. Ich habe oft mit ihm gespielt, Karate gemacht und ihm viele ägyptischen Geschichten erzählt. Ich war auch oft wegen meiner Arbeit nicht da. Ich habe viel gearbeitet, damit ich ihm ein besseres Leben, als ich es hatte, bieten konnte und kann. Ich war nicht da, aber ich habe ihn nie verlassen oder im Stich gelassen. Ich war immer für ihn da. Ich war immer hinter ihm, neben ihm, bei ihm – mit viel Liebe.

— Mein Sohn ist größer und größer geworden. Und ich habe in ihm die Kindheit gesehen, die ich nicht hatte. Ich wollte, dass er ohne Gewalt, ohne Angst und ohne Minderwertigkeitsgefühle aufwächst. Ich habe ihn erzogen selbstbewusst zu sein, keine Angst vor jemandem zu haben, seine Meinung zu sagen und ehrlich zu sein. Und ich bin sicher, ich habe nicht versagt. Das habe ich aber nicht allein gemacht. Seine Mutter und ich haben uns ergänzt. Die Mutter gibt Zärtlichkeit, der Vater gibt Weisheit und Vernunft. Die Mutter gibt Geborgenheit, der Vater gibt Sicherheit.

— Mein Sohn ist ein Mann geworden. Er ist nicht nur mein Sohn, er ist mein Freund mein Berater und meine rechte Hand. Wenn ich ihn brauche, finde ich ihn sofort —verantwortungsvoll. Ich sehe wie vernünftig, lieb und korrekt er mit seinem Bruder umgeht. Wie hilfsbereit und fürsorglich er seinen Freunden gegenüber ist. Ich freue mich immer, wenn ich ihn sehe. Ich freue mich, wenn er mich anlächelt und sagt: Ich liebe dich, Baba (Vater auf ägyptisch). Früher, als er ein Kind war habe ich ihn gefragt, wie viel er mich liebt. Er dachte nach, schaute mich und sagte auf Ägyptisch: Von hier bis zum Mond!

— Mein Sohn ist jetzt berühmt. Zumindest in Konstanz. Wenn ich einkaufen gehe und meinen Namen nenne oder, wenn ich am Telefon bin und mich mit meinem Namen melde, fragen mich viele Leute: Oh, sind Sie der Vater von Yasin? Ich wollte unbedingt seinen Auftritt sehen. Ich fragte ihn, wann er singen würde. Ich bekam einen skeptischen Blick zurück mit den Worten: Vater, ich singe nicht! Ich RAPPE! Ich sagte: Ok, wann RAPPST du? Er nannte mir Zeit und Ort, ich hatte jedoch trotzdem das Gefühl es würde ihn stören, wenn ich dabei wäre. Deswegen entschied ich mich nicht hinzugehen. Ich blieb zu Hause. Ich saß bequem auf dem Sofa. Da kam eine Nachricht von ihm: Kommst du, Papa? Und dann kam noch eine: Wo bist du, Papa? Ich bin ich 7 Minuten dran! Ich sprang sofort auf und fuhr zu ihm. Kurz bevor er auf die Bühne sollte kam ich an. Ich fragte eine Frau, ob der Rapper schon drangegeben wäre. Sie fragte, ob ich den Yasin meinte und sie versicherte mir, dass er jetzt gleich dran wäre. Ich habe seine Gefühle gespürt. Meine Augen haben ihn in der Menge gesucht. Dann sah ich ihn hinter der Bühne. Er sah mich auch sofort, lächelte mich an und ich spürte, wie er sich sicherer fühlte. Ich hatte das Gefühl, dass es ihm doch sehr wichtig war, dass ich komme. Sie riefen seinen Namen zusammen mit dem Namen seines Partners. Ich hörte seine Stimme und ich beobachtete alle Leute nervös. Ich wollte wissen wie sie ihn anschauten, wie sie lächelten, klatschten und sogar mittanzten. Als er fertig war jubelten die Leute, standen auf und schrieen vor Freude. Ich konnte meine Tränen nicht zurückhalten. Es waren viele Gefühle auf einmal – Liebe, Freude, Stolz und Respekt. Ich schaute ihn an und fragte mich: Ist das mein kleiner Sohn, der noch vor ein paar Jahren auf meinem Unterarm passte? Und ich erinnere mich an den Tag an dem ich ihn zum ersten Mal in den Kindergarten gebracht habe. Er ist mir immer von Fenster zu Fenster gefolgt, bis er mich nicht mehr sehen konnte. Ich sah seine kleinen Hände, die meine Hand immer hielten, wenn wir auf den Straße waren oder zusammen gespielt haben. Ich sah seine kleinen Füße und seine ersten, nur ein paar Zentimeter großen Schuhe. Alles war klein in meinen Augen. Aber heute war er groß. An dem Tag hat er mir und allen gezeigt, dass er gewachsen ist. Dass er größer ist. Dass er reifer geworden ist. Und jetzt kann ich laut und stolz sagen: JA, JA UND JA, ICH BIN DER VATER VON YASIN!

Ich sage allen Eltern, sei bitte für dein Kind da, wenn es dich brauchen. Es ist wichtiger als dein Geschäft, dein Geld oder was auch immer. Genieß sein Lächeln, seine Wörter und auch seine Fragen. Zeig ihm wie wichtig es für dich ist. Gib ihm deine volle Liebe und Aufmerksamkeit. Zeig ihm deinen Stolz. Bring ihm bei, was du gerne haben möchtest. Und ich sage meinem großen Sohn Yasin: Ich bin stolz auf dich! Mach so weiter und hör nicht auf Leute, die einfach irgendwas reden möchten, die neidisch oder eifersüchtig sind. Du musst eins wissen. Ein ägyptisches Sprichwort sagt: Der Baum, der viele Früchte trägt, den bewerfen die Leute mit Steinen, um an die Früchte zu kommen. Und du bist ein starker Karateka, der ganz genau weiß, dass er sich von nichts unterkriegen lassen muss. Steh über allem und geh deinen Weg weiter ohne nach hinten zu schauen. Du bist der Beste!

Schönes Wochenende,
der stolze Vater Tarek Amin

Wer ist der Lehrer?

2. Februar 2017

Zwei Wochen vor den Sommerferien sagte eine Lehrerin ihren Fünftklässlern, die sie seit fast einem Jahr unterrichtete: "Ich möchte euch allen was sagen: Ich liebe euch! Ich war sehr zufrieden mit euch. In zwei Wochen haben wir Ferien. Ich wünsche euch schöne Ferien. Genießt sie." Sie hat es zu allen von Herzen gesagt, außer zu einem Kind, sie hat es nie gemocht, weil es zu schmutzig war, verschlossen, schlecht im Unterricht, mit niemandem spielte und ständig auf die Toilette gehen musste. Das Kind hieß Teddy. Sie hat ihm immer schlechte Noten gegeben und sie hat es genossen, ihn vor allen Kindern klein zu machen. Sie hat immer mit ihrem roten Stift "Versager!" auf seine Arbeitsblätter geschrieben.
Eines Tages laß sie die Berichte von seinen ehemaligen Lehrern. Ihm ersten Jahr stand: "Teddy ist sehr intelligent, brav und macht seine Arbeit sehr gut." Im zweiten Jahr schrieb sein Lehrer: "Teddy ist sehr lieb, alle Schüler lieben ihn. Er ist leider traurig, weil seine Mutter Krebs hat und im Krankenhaus liegt." Der Lehrer im dritten Jahr schireb: "Seit seine Mutter gestorben ist, ist Teddy ein einsames Kind geworden. Sein Vater achtet nicht auf ihn. Er hat keine Kraft mehr. Er braucht psychologische Hilfe." Und im vierten Jahr schrieb sein Lehrer: "Teddy ist ein depressives Kind geworden. Er ist immer allein. Er schläft im Unetrricht. Er hat keine Lust mehr auf die Schule. Er benötigt Hilfe." Als die Lehrerin das gelesen hatte, schämte sie sich. Erst jetzt hatte sie verstanden, warum Teddy so war.
Als Dankeschön für das Schujahr schenkten die Kinder ihren Lehrern immer etwas vor den Sommerferien. Alle Kinder hatten ein schönes Geschenk dür die Lehrerin. Teddy gab ihr sein Geschenk in Zeitungspapier eingewickelt. Als sie es ausgepackt hatte, sah sie eine alte Kette und eine halb volle Flasche Parfüm. Alle Kinder lachten ihn aus, sie hörten erst auf als die Lehrerin sich gefreut und sich bei ihm bedankte. Dann zog sie die Kette an und nahm ein bisschen von dem Parfüm. An dem Tag ging Teddy nicht nach Hause. Er wartete auf die Lehrerin. Als sie kam, schaute er sie mit Tränen in den Augen an und sagt: "Heute haben sie wie Mama gerochen. Ich vermisse sie sehr, deswegen habe ich Ihnen ihre Kette und ihr Parfüm geschenkt." Die Lehrerein nahm ihn in den Arm, ihre Tränen liefen ohne Halten. Seit diesem Tag schenkte sie ihm mehr Aufmerksamkeit. Sie war immer für ihn da und half ihm im Unterricht. Sie merkte, wie er sich im Unterricht verbesserte. Er hatte auch wieder Kontakt mit den anderen Kindern und er achtete wieder auf sich. Auf Ihrem Schreibtisch fand die Leherin einen Brief. In ihm stand: "Du bist die beste Lehrerin der Welt!" Sie antwortete ihm mit einem kleinen Zettel: "Und du hast mir beigebracht eine gute Lehrerin zu sein."
Nach mehreren Jahren bekam sie eine Einladung von der Universität San Diego für die Abschlussfeier der Medizin-Fakultät. Sie war für die Abschlussprüfung von Teddy. Sie hat sich sehr gefreut, als sie ihn wiedersah. Sie trug wieder die Kette und das Parfüm seiner Mutter.
Weißt du wer Teddy ist? Er ist Teddy Stoddard. Der berühmte Arzt und Besitzer des Steward-Center für Krebs. Ich frage mich und dich: Wieviele Lehrer haben so einem Kind, wie Teddy, nicht geholfen? Wie viele Kinder sind auf einen falschen Weg geraten, weil sie keine Aufmerksamkeit, keine Zärtlichkeit und eine nagtive Einstellung, sich gegenüber, erlebt haben.
Ich bitte alle Lehrer: Achtet bitte auf unsere Kinder, denn sie haben denn ihnen steht beides offen: Teddy zu werden oder ein Krimineller.
Ich wünsche Euch ein tolles Wochenende, vielleicht kannst Du ein Kind an diesem Wochenende glücklich machen, viele Kinder brauchen ein schönes Wort, ein Lächeln oder Lob dann werden sie sehhhhhhhhr glücklich.
das kostet nicht oder???
Ich liebe Euch , damit hoffe ich, ich habe Euch glücklich gemacht.
Tarek Amin

Deine Frage

27. Januar 2017

"Oh Mann, warum bin ich so ein Dummkopf?" "Warum versage ich immer?" "Warum lande ich in einem solchen tiefen Loch?"

Pass genau auf deine Fragen auf! Denn deine Fragen werden deinen Weg bestimmen. Wenn du dich fragst warum du eine dumme Frau oder ein dummer Mann bist. Oder warum du ein Versager bist, nimmt deine Gehirn diese Fragen sehr ernst und gibt sich viel Mühe sie richtig zu beantworten. Es sucht nach jeder Situation in der du versagt hast oder nicht intelligent gehandelt hast, damit es deine Frage korrekt beantworten kann. Und wenn du diese Antwort bekommst bestätigt sie dir, dass du ein Idiot oder Versager bist. Und in diesem Fall sinkt deine Bewertung gegenüber dir selbst und du wirst dich in Zukunft immer als dumm und als Versager sehen! Wenn du dich so siehst, dann kannst du nichts erreichen, weil in dir drin die Überzeugung ist, dass es zu nichts bringen wirst. Mit dieser Entstellung wirst du eine Sache nie mit voller Kraft machen oder deinen ganzen Willen aufbringen um eine Arbeit zu erledigen. Und wenn du das immer so machst, dann trittst du auf der Stelle und diese Stelle wird deine Wahrheit und deine Realität. Um genau zu sein: Was du siehst ist dein Fokus, der sich nur nach Niederlagen, Versagen oder Scheitern richtet. Du schaust nur auf den Boden und sinkst auf diese Weise immer tiefer.

Sag jetzt: "Nein, ich sinke nicht! Denn ich beginne ab jetzt zu achten, wie und was ich frage." Jede Frage, die du dich fragst ist ein Stein auf deinem Weg. Frage dich nicht: Warum tue ich das oder jenes? Wenn du ein Ziel erreichen möchtest oder wenn du eine Arbeit erledigen möchtest. Die Fragen schwächen deine Kräfte, stoppen deine Beharrlichkeit. Diese Fragen bewerten dich ganz niedrig.

Die erfolgreichen Menschen fragen sich auf ihrem Weg nicht: Warum tue ich das? Kann ich das erreichen? Bin ich gut genug? Was wird passieren wenn …? Die erfolgreichen Menschen tun alles, damit sie es schaffen. Sie schätzen sich, sie vertrauen sich selbst. Und vor allem: Sie glauben an sich und ihre Fähigkeiten!

Diese hochwertigen Gefühle für sich sind das Licht auf ihrem Weg. Die Schlüssel zu jeder Tür. Je besser du dich selbst bewertest, desto höhere und bessere Ziele erreichst du, sei es bei der Arbeit, im Studium oder in der Liebe. Die hochwertigen Gefühle, Gedanken, Einstellungen oder die Wörter, die du mit dir sprichst sind deine Ruder mit denen du dich vorwärts ziehst.

Wenn du bei deiner Arbeit scheiterst, dann musst du deine Bewertung über dich selbst verbessern. Wenn du nicht gewinnst, beobachte die Worte die du mit dir sprichst und wie du mit dir umgehst. Wenn du eine Liebesbeziehung verlierst, dann bewerte dich selbst: Wie sehr schätzt du dich? Oder besser gesagt, als wie wertvoll siehst und liebst du dich?

Unser Erfolg, Gewinn, Glück oder Zufriedenheit sind das gesunde Ergebnis unserer Bewertung, unserer Schätzung und unseres Glaubens an alles, was wir tun oder, was wir wollen. Zum Beispiel: Warum gibt es viele Sportler – Fußballer oder Handballer – die super talentiert sind, aber nur auf der Straße spielen, wo sie keiner kennt und sie nichts erreichen werden? Die Antwort ist einfach, weil sie sich schlecht bewerten. Ein Musiker, ein Maler oder Designer verkauft seine Produkte sehr billig, weil er der Meinung ist: Ich habe nicht mehr als das verdient.

Ähnlich ist es bei Mann und Frau. Eine Frau, die sehr attraktiv, hübsch und intelligent ist lebt mit einem Mann, der aggressiv und ein Idiot ist und sie ständig schlägt und betrügt. Und trotz allem lebt sie immer noch mit ihm, weil in ihr drin die große Überzeugung herrscht, dass sie nicht wertvoll genug ist für ein besseres Leben und einen wertvolleren Menschen an ihrer Seite.

Unsere Fragen fesseln uns, sie bringen uns nicht weiter. Sie vergrößern unsere Zweifel. Dadurch erhöht sich unsere Unentschlossenheit, die uns die Kraft Dinge zu entscheiden weg nimmt. Und wenn wir keine Entscheidung treffen können, verlieren wir den Glauben an uns und an das, was wir tun. Und wenn wir den Glauben verlieren, dann haben wir keine Wertschätzung für uns oder für das wonach wir streben.

Du musst wissen, wer du bist und was du kannst. Du musst dir jeden Tag sagen: Ich bin ein wertvoller Mensch und habe das Beste verdient. Glaube an dich und bewerte dich selbst ganz hoch. Liebe dich selbst, dann gewinnst du alles in deinem Leben.

Du bist der Beste! Du bist der Tollste! Und wenn in dir jetzt eine Stimme spricht und dir sagt: Glaube nicht, was dieser Mann sagt! Dann sage ich dir: Du musst deine Bewertung über dich verbessern.

Ein schönes Wochenende,
Tarek Amin

Doppelte Portion

20. Januar 2017

Es war mal ein Hund, der ein großes Stück Fleisch vom Metzger gestohlen hat. Er rannte und rannte bis zum Fluss. Dort stand er vor dem Wasser und sah ein Spiegelbild. Er wusste nicht, dass der Hund, den er im Wasser sah, er selbst war. Er sah nur einen Hund mit einem großen Stück Fleisch im Mund. Unersättlich, wie er war sprang er plötzlich in den Fluss, um dem anderen Hund das Stück Fleisch weg zu nehmen. In diesem Augenblick in dem er ins Wasser tauchte, war das Spiegelbild weg. Wo er auch suchte. Er fand leider weder den Hund noch das Fleisch und da merkte er, dass das Fleisch, das er beim Metzger gestohlen hatte aus seiner Schnauze gefallen war, als er den anderen Hund anbellte, um ihm Angst zu machen. Zu seinem Pech hatte der Fluss an dieser Stelle eine ziemlich starke Strömung und das Fleisch war weg. Er hatte gesucht und gesucht, er fand es nicht mehr. Statt wie er dachte eine doppelte Portion, hatte er gar nichts mehr.

Du und ich und wir alle sollen akzeptieren, was wir besitzen. Wir müssen zufrieden mit allem sein, was wir in der Hand haben. Uns darauf konzentrieren, wenn wir etwas tun, dann können wir uns 100%-ig schaffen. Wenn du dich damit beschäftigst, was die Anderen haben. Und du dich darauf konzentrierst es ihnen wegzunehmen, verlierst du genau das, was du hast. Es kann ein Job sein, es kann eine Frau oder ein Mann sein, es kann Geld oder Vermögen sein, es kann auch —und das ist wichtig — Glück sein.

Wenn du scharf oder neidisch auf das bist, was die Anderen haben, gibst du nicht auch auf das, was dich vielleicht sehr glücklich machen kann. Und vor allem bekommst du nicht das, was die Anderen haben und 100%-ig verlierst du das was du hast.

Was du hast ist immer wichtiger. Was du hast ist immer wertvoller. Und was du hast ist dein Glück. Konzentriere dich darauf, dann erreichst du, was du willst.

Schönes Wochenende ohne ein großes Stück Fleisch von den Anderen wegzunehmen.

Tarek Amin

Halbmond-Symbol auf dem Ärmel

6. Januar 2017

 

Ich habe mir vor langer Zeit versprochen, dass ich nicht mehr über Politik reden werde. Aber jetzt muss ich etwas darüber sagen und meine Meinung dazu äußern. Ich rede jetzt nicht, weil ich Ägypter und deshalb Nord-Afrikaner und Moslem bin, ich rede nur, weil ich ein Mensch bin – ein Mensch, der seit 25 Jahren in Deutschland lebt. Ein Mensch, der hier viele wunderschöne und auch unangenehme Erfahrungen gesammelt hat. Aber hier habe ich gelernt, was Demokratie bedeutet. Ich habe gelernt, dass der Sohn von einem Handwerker ein Polizist, Richter oder Minister werden kann. Hier habe ich erlebt, dass alle vor Gericht gleich sind und gleich behandelt werden. Hier kann man offen und klar sprechen ohne Angst oder Sorgen zu haben, dass einem etwas passieren könnte. Ich lernte auch, wie man seine Arbeit korrekt und sauber macht. Ich lernte hilfsbereit gegenüber meinen Kollegen oder Kunden zu sein. Hier habe ich zum ersten Mal darauf geachtet pünktlich zu sein und gewusst, was Pünktlichkeit bedeutet. Vieles und noch mehr, was meine Religion verlangt sehe ich hier jeden Tag. Natürlich gibt es Ausnahmen, aber die meisten Menschen handeln genau so.

 

Ein berühmter arabischer Lehrer sagte, nachdem er bereits viele Länder besucht hatte: "Ich fand den Islam in vielen Ländern, die nicht muslimisch sind und auf der anderen Seite fand ich wenig Islam in Ländern, die muslimisch sind." Ich will damit sagen, dass ich auch hier viele Voraussetzungen für den Islam gesehen habe. Wie zum Beispiel, dass alle gleich sind. Dass Ehrlichkeit und Empathie wichtig sind. Und, dass ich da bin, wenn mich jemand braucht. Und das finde ich hier, obwohl es kein islamisches Land ist!

 

Warum schreibe ich jetzt diesen Text? Weil ich leider eine große Enttäuschung in Köln an Silvester im Fernsehen sehen musste. Als ich sah, was passierte habe ich schwer schlucken müssen und konnte meinen eigenen Augen und Ohren nicht trauen: Die Polizei hatte allen Leuten, die nord-afrikanisch aussahen den Weg versperrt. Sie durften nicht in die Stadt, damit alle anderen sich wohl und sicher fühlen konnten. Was letztes Jahr in Köln passiert ist, ist unheimlich schlimm und alle, die das getan haben müssen ihre Strafe bekommen. Aber die Frage ist, warum meine Söhne, ich und alle, die schwarze Haare oder dunkle Augen haben, leiden müssen! Wieviele Deutsche kennst du, die genauso aussehen? Sie werden auch gesperrt. Und wenn einer laut sagt: Hier ist mein Ausweis, ich bin Deutscher! Was wird der Polizist sagen? Oh, sorry! Ich dachte Sie wären Syrer oder Iraker, aber jetzt dürfen Sie natürlich rein!

 

Sind alle Nordafrikaner oder Muslime Grabscher, sexuell Kranke oder Terroristen? Wenn das nicht der Fall ist, wie können wir ihnen ansehen, ob sie es sind? "Du siehst so und so aus, also bist du auch so einer!", das werden alle sagen.

 

Ich möchte bitte nicht hören: Die Leute haben es verdient! Selber Schuld! Woher weißt du das zehn oder auch nur einer von ihnen kriminell ist? Wie kannst du sicher sein, dass wenn ein nordafrikanisch aussehender Mann dazwischen ist, dass er die Frauen begrabschen oder sexuell belästigen will?

 

Ich bin oft auf Partys gewesen und habe viele gesehen, die keine Nordafrikaner oder Muslime waren und immer versuchten, die Frauen anzufassen und zu küssen – mit der Ausrede: Sorry, ich war betrunken … Und ich bin 100%ig sicher, dass sie nicht so betrunken waren, dass sie nicht mehr wissen konnten, was sie da taten.

Ich frage jetzt alle Frauen, die zwischen 30 und 50 Jahre alt sind: Wie oft habt ihr in den letzten 10 bis 15 Jahren sexuelle Belästigung oder auch nur einen Grabscher von Männern erlebt, die nicht nordafrikanisch oder muslimisch waren? Die Statistik ist sehr hoch und diese Probleme existieren seit über 40 Jahren in Deutschland, aber jetzt können sie, die unvernünftigen Leute, auch Politiker, es gut ausnutzen.

 

Ist das jetzt der Anfang? Bekommen alle wir Muslime ein Halbmond-Symbol auf den Ärmel? Bekommen die Nordafrikaner ein Afrika-Zeichen auf die Brust? Werden wir jetzt zusammen gesammelt und weggesperrt, weil wir gefährlich für die Öffentlichkeit sind? Wo leben wir? Was kommt noch?

 

Ich sehe viele Leute, die ich leider als Freunde bezeichne, die total gegen alles sind, was mit dem Islam oder nordafrikanischen Ländern zu tun hat. Sie schauen mich an, sie lächeln mir entgegen, sie sprechen ganz normal mit mir, aber ich sehe ihre Meinung und lese sie auf Facebook.

 

Wo sind die vernünftigen Menschen? Menschen, die richtig denken? Und ich möchte sie laut fragen: Ist das richtig? Oder ist das Diskriminierung? Ist das das, was die Verfassung in Deutschland sagt: Jeder Mensch ist gleich ungeachtet seiner Religion, Hautfarbe usw.? Sind das nur Wörter auf dem Papier? Oder ist es leider die Wahrheit, das wenige diese Worte achten? Ist diese Maßnahme die richtige? Und wenn ja, dann werde ich morgen zwei Stempel auf meinem Hemd haben: Einen Halbmond und eine Afrika-Zeichen.

 

Ich glaube wir kehren zurück zu der Zeit, die wir vor 70 oder 80 Jahren hatten. Es gab viele Menschen, die gefolgt haben ohne zu verstehen, was sie da gefolgt sind. Und es gab Andere, sie haben die Zuschauer-Rolle gespielt und die Gefährlichen und Verrückten hatten leider die Macht! Diese gefährlichen Leute kamen durch viele gelogene Versprechungen an die Macht und schafften es, dass das Volk ängstlich und unsicher wurde. Es ist jetzt genau die gleiche Methode. Und die Frage ist: Wie lange haben wir Muslime und Nordafrikaner noch Zeit um uns darauf vorzubereiten zusammen gesperrt zu werden?

 

Noch einmal: Ich sage es nicht nur, weil ich betroffen bin, sondern weil ich es nicht für richtig, gerecht und fair halte! Meine Söhne sind hier geboren. Sie sind hier genauso aufgewachsen, wie alle deutschen Kinder. Der gleiche Kindergarten. Die gleiche Schule. Sie haben die gleichen Spiele gespielt und die gleichen Lieder an Weihnachten gesungen. Ihre besten Freunde sind auch Deutsche. Und jetzt dürfen meine Kinder nicht hierhin oder dorthin gehen, weil sie anders aussehen? Und nicht nur meine Kinder sondern die Kinder vieler Anderer, die die gleiche Situation erleben. Sogar manche, die eine deutsche Mutter und einen deutschen Vater haben, aber trotzdem schwarze Haare und dunkle Haut haben. Und sie gehen alle zusammen weg um Spaß zu haben und es kommt plötzliche eine Hand, die sie stoppt. Die meine Kinder und die Kinder, die genauso aussehen wie sie stoppt, während alle anderen problemlos weiter gehen.

 

Kennst du jemanden in deiner Familie, in deinem Freundeskreis oder deiner Nachbarschaft, der so aussieht? Würdest du akzeptieren, wenn du ihn leiden sehen würdest, wegen etwas für das er nichts kann?

Letzte Frage an die unvernünftigen Menschen: Ist das richtig? Erreicht man damit etwas? Ich lade euch ein 15 Minuten nachzudenken ohne Angst, ohne eine falsche und unfaire Einstellung gegenüber jemandem. Und danach könnt ihr antworten!

 

Und an die vernünftigen Menschen, die auch wie ich denken: Ihr könnt mit einem Wort eure Meinung ändern. Eure Meinung und eure Einstellung sind jetzt viel wert!

 

Ein schönes Wochenende ohne Diskriminierung. Es ist schrecklich, wenn du das Gefühl hast, dass du anders bist und anders behandelt wirst. Kannst du dir das vorstellen?

 

Tarek Amin